BT Group erntet Früchte des Umbaus

«Wir schauen uns nun intensiv nach Zielen auf dem deutschen Markt um», sagte BT-Deutschlandchef Jan Geldmacher am Donnerstag in München der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Im Visier der Briten stehen vor allem Unternehmen aus dem IT-Bereich. Erste Gespräche liefen bereits, sagte Geldmacher ohne Details zu nennen. Die BT-Gruppe wandelt sich momentan von einem klassischen Festnetz-Anbieter nationaler Prägung hin zu einem globalen Kommunikationskonzern. So baut das Unternehmen ein neues Datennetz auf namens «21st Century Network», das technisch wesentlich mehr Möglichkeiten als das alte Telefonnetz bieten soll, vor allem im Hinblick auf das Internet-Breitbandgeschäft.


Operativer Gewinn steigt
Sondereffekte und die Kosten des Umbaus ausgeklammert, konnte BT im vergangenen Jahr das operative Ergebnis um 6 Prozent auf 3,022 Milliarden Pfund steigern. Der Umsatz ging um 2 Prozent auf 20,704 Milliarden Pfund hoch. Das Ergebnis je Aktie sank jedoch belastet durch den Wandel im Unternehmen um 38 Prozent auf 21,5 Pence. Im Schlussquartal ergab sich ein vergleichbares Bild, wobei das Ergebnis je Aktie nur um 2 Prozent auf 5,4 Pence fiel. Die Dividende fürs Gesamtjahr hebt BT angesichts der operativen Fortschritte um 5 Prozent auf 15,8 Pence an. Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen weitere Verbesserungen. Das Ergebnis vor Sondereffekten und Umbaukosten soll weiter steigen, ebenso der Umsatz. Dazu beitragen sollen nicht zuletzt weitere Einsparungen über 700 Millionen Pfund. Die Aktionäre dürfen sich entsprechend Hoffnung auf eine weitere Anhebung der Dividende machen. Die Aktie stieg um 0,70 Prozent auf 224,81 Pence.


Mehr Umsatz mit neuen Diensten
Dass das neue Geschäftsmodell greift, zeigte auch die Umsatzentwicklung zum Jahresende in den Sparten. Während die neuen IT- und Breitband-Lösungen um 9 Prozent wuchsen, gab das klassische Geschäft um 2 Prozent nach. Inzwischen macht BT 42 Prozent seines Umsatzes mit den neuen Diensten. BT hatte insbesondere die IT-Sparte in der Vergangenheit ausgebaut. «Wir sind vor drei Jahren angetreten, ein Topspieler (in dem Bereich) zu werden. Das ist uns gelungen», sagte Deutschlandchef Geldmacher. Profitiert hat die Gesellschaft dabei von dem zunehmenden Trend, IT-Aktivitäten auszulagern. Mit seinem Übernahmekurs erhöht das Unternehmen nun den Druck auf den Marktführer T-Systems. Die Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom verbuchte angesichts des wachsenden Wettbewerbs bereits rückläufige Ergebnisse. (awp/mc/ps)

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