Cadburys Widerstand gegen Kraft-Offerte bröckelt

«Ich würde niemals behaupten, ein Zusammenlegen der Geschäfte mache keinerlei strategischen Sinn», sagte Stitzer der Zeitung. In manchen Regionen wie beispielsweise Europa oder Schwellenländern wie Brasilien, China und Russland würden sich beide Konzerne ergänzen. Dennoch sei aus seiner Sicht die Zeit der grossen Konglomerate vorbei.


Cadbury lehnt 10 Mrd. Pfund-Offerte ab
Der weltweit zweitgrösste Lebensmittelkonzern Kraft hatte vor drei Wochen ein feindliches Übernahmeangebot gemacht und mehr als 10 Milliarden Pfund oder 745 Pence je Cadbury-Aktie geboten. Cadbury hat das Angebot angelehnt. Durch einen Zusammenschluss würde der weltgrösste Süsswarenkonzern entstehen. Cadbury ist bekannt für «Dairy»-Schokolade oder «Trident»-Kaugummi. Kraft mischt mit Marken wie «Milka» und «Toblerone» ebenfalls bei Süsswaren mit. Mit «Jacobs»-Kaffee, «Miracoli»-Nudeln oder «Philadelphia»-Frischkäse ist der Konzern aber viel breiter aufgestellt.


Cadbury will klare Verhältnisse
Zwar lehnt Cadbury die Kraft-Offerte noch immer ab. Inzwischen habe sich der vormals brüske Ton aber deutlich gemildert, befand das «Wall Street Journal». Nach Informationen der «Financial Times» soll Cadbury die britische Übernahmebehörde (Takeover Panel) angerufen haben, um den Druck auf Kraft zu erhöhen: Entweder solle Kraft ein formelles Angebot vorlegen oder sich zurückziehen. Cadbury sei beunruhigt über die Unsicherheit, die das feindliche Angebot bei Kunden und Mitarbeitern hervorgerufen habe und wolle klare Verhältnisse, berichtet die Zeitung. Der Schritt könne aber auch als Akt der Verzweiflung gesehen werde, zitierte die «FT» einen Insider. Falls Cadbury die Hoffnung auf einen «Weissen Ritter» schwinden sehe, dann mache es Sinn, das Tempo zu erhöhen, um gegenüber Kraft den Preis hochzutreiben oder vielleicht doch noch einen anderen Bieter aus dem Busch zu locken. (awp/mc/pg/13)

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