CH-Ausblick: Deutlich tiefer erwartet – Was passiert mit Oerlikon?

Der Future auf den US-Leitindex stand am Morgen rund 70 Punkte unter dem Stand zum Europa-Schluss am Dienstag. Auch der Nikkei-225-Index zeigte sich am Morgen sehr schwach (-2,1%). Hierzulande stehen – bei den Blue Chips – ZFS und Swisscom nach Halbjahreszahlen sowie OC Oerlikon nach einer Gewinnwarnung im Fokus. Bis um 08.20 Uhr sinkt der SMI im vorbörslichen Handel von Clariden Leu um 0,89% auf 7’237,17 Punkte.


Nicht überraschend stehen nach dem schwachen Abschneiden der US-Finanzwerte gestern an der Wallstreet auch die hiesigen Banken heute unter Druck, wobei sich zumindest vorbörslich die Abgaben mit 1,9% (UBS) bzw. 1,5% (Credit Suisse) einigermassen in Grenzen halten. Überdurchschnittlich unter Druck sind zudem vorbörslich auch noch ABB (1,1%).


ZFS stehen nach Halbjahreszahlen unverändert, was im heutigen Umfeld als positiv gesehen werden kann. Die Zahlen auf Gewinnstufe werden als im Rahmen der Erwartungen bis leicht darüber bezeichnet. Positiv sei ausserdem, dass es weiterhin keine Subprime-Anlagen gebe beim Versicherer. Analysten bezeichnen die vorliegenden Halbjahreszahlen auf den ersten Blick als von guter Qualität, aber bis zu einem gewissen Grad auch als unspektakulär.


Swisscom büssen vorbörslich 0,9% ein. Die Halbjahreszahlen lagen auf Stufe Umsatz, EBITDA und EBIT zwar über den Erwartungen, beim Reingewinn aber darunter. Eine vorzeitige Auflösung von rund 75% der langfristigen Leasingvereinbarungen für Teile der Festnetz- und Mobilfunknetzanlagen habe den Reingewinn um 99 Mio CHF reduziert, hiess es dazu. Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte das Unternehmen aber die im Mai genannten Prognosen.


Keine vorbörslichen Kurse sind derzeit für OC Oerlikon vorhanden. Der Technologiekonzern hat vorbörslich eine Gewinnwarnung im grösseren Stil sowie Goodwillabschreibungen in der Grössenordnung von 350 Mio CHF verkündet. Laut Marktkreisen kann ein «Blutbad» heute bei der Aktie nicht ausgeschlossen werden, obwohl die Gewinnwarnung nicht ganz unerwartet komme. Im breiten Markt haben diverse Small- und Midcaps (Rieter, Vontobel, Valiant, Tecan, SHL, Schweiter) ihre Halbjahreszahlen vorgelegt. Aufgefallen ist dabei vor allem Rieter mit einem Personalabbau von 15% sowie damit zusammenhängenden Kosten von 225 Mio CHF. (awp/mc/ps/06)

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