CH-Ausblick: Deutliche Einbussen erwartet

Auch der Nikkei-225-Index zeigte sich am Morgen schwach. Händlern zufolge weckte die Rekordjagd beim Öl Befürchtungen, dass die Inflation anzieht und die Konsumenten in der Folge ihre Ausgaben zurückfahren könnten. Ausserdem hätten einige Anleger die steigenden Ölpreise für Gewinnmitnahmen genutzt, hiess es. Um 08.20 Uhr verliert der von Clariden Leu aus den vorbörslichen Kursen berechnete SMI 79,46 Punkte bzw. 1,04% auf 7’559,70.


Grösster Verlierer sind erneut UBS mit einem Minus von 2,3%. Die Titel leiden seit Bekanntgabe der Quartalsresultate am vergangenen Dienstag massiv unter Verkäufen. Die Zahlen bzw. vor allem die Entwicklung der verwalteten Vermögen hätten deutlich gezeigt, dass die Reputation gelitten habe und dass es Jahre dauern dürfte, bis diese wieder in vollem Umfang hergestellt sein werde, heisst es in Handelskreisen. Zudem dürften auch die Berichte, dass das UBS-Private Banking in den USA von den staatlichen Stellen im Hinblick auf Hilfe zur Steuerhinterziehung untersucht werde, das Sentiment weiter belasten.


Wichtige Unternehmens-News sind Mangelware. Einzig der Raffineriebetreiber Petroplus hat Quartalszahlen vorgelegt, die auf Gewinnstufe zum Teil deutlich über den Schätzungen lagen. Das Ergebnis wird von Analysten zwar als gut bezeichnet. Gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass positive Einmaleffekte in den Quartalausweis hinein gespielt hätten. Unter anderem verlief die Integration der beiden in Frankreich erworbenen Raffinerien rascher und erfolgreicher als vom Markt erwartet. Händler erwarten kurzfristig einen von Deckungskäufen getragenen Rebound.


Grössere Verluste gibt es vorbörslich u.a. noch für Swiss Re, Adecco (je -1%), Novartis, ZFS, Baloise (je -0,9%) oder Nestlé und Swisscom (je -0,8%). Bei letzteren dürften Kurszielsenkungen durch Citigroup und Lehman nach den gestrigen Quartalszahlen noch etwas belasten.


ABB (vorbörslich keine Kurse) will weiterhin in erster Linie aus eigenen Kraft wachsen und erst in zweiter Linie über grössere Akquisitionen. «Es gibt noch viele tief hängende Früchte und es kann aus eigener Kraft noch eine Menge erreicht werden, bevor an grosse Akquisitionen gedacht werden müsste», sagte VR-Präsident Hubertus von Grünberg in einem Interview mit der heutigen NZZ. (awp/mc/ps)

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