CH-Eröffnung: China-Pläne treiben konjunktursensitive Titel an

Von der Ankündigung aus China profitieren am Montagmorgen besonders exportorientierte Werte. Demgegenüber fallen defensive Werte etwas hinter den Gesamtmarkt zurück. Insgesamt werde jedoch in Marktkreisen ein ruhiger Start in die Woche erwartet, seien doch Impulse von Unternehmen oder Konjunkturdaten derzeit Mangelware.


Das Blue-Chips-Barometer SMI legt bis 09.30 Uhr um 1,24% auf 6’527,15 Punkte zu. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steigt um 1,47% auf 1’006,67 Punkte und notiert damit erstmals seit Mitte Mai wieder im vierstelligen Bereich. Der breite Swiss Performance Index (SPI) legt um 1,20% auf 5’741,95 Zähler zu.


Konjunktursensitive und exportorientierte Werte ziehen im frühen Geschäft deutlich an. Allen voran die Titel der Luxusgüterproduzenten Richemont (+4,0.%) und Swatch (+5,0%) erfreuen sich des Zuspruchs der Investoren. Die Aussicht auf eine Aufwertung des Yuans werde die ohnehin schon starke Nachfrage aus China noch weiter antreiben, sagten Beobachter.


Am morgigen Dienstag wird sich mit der Publikation der Uhrenexporte im Mai weisen, ob der Optimismus weiter gerechtfertigt ist. Analysten rechnet im Mai mit einem Wachstum von 14%, nach einem Zuwachs von 11,5% im April.


Mit deutlichen Avancen zeigen sich auch Titel wie ABB (+2,4%), Adecco (+2,0%), Holcim (+1,6%), Petroplus (+3,2.%), SGS (+1,5%) sowie Kühne + Nagel (+2,1%).


Am anderen Ende der Skala liegen die defensiven Aktien, die wie immer in Phasen höherer Risikoneigung liegen gelassen werden. Actelion (+0,4%), Swisscom (+0,5%) und Roche (-0,1.%) liegen allesamt hinter dem Gesamtmarkt zurück. Letztere leiden unter einer Kurszielsenkung durch JPMorgan, die in Reaktion auf die schlechten Nachrichten vom letzten Freitag erfolgte. Roche musste Ende letzter Woche beim Hoffnungsträger Taspoglutide eine Verspätung von bis zu 1 1/2 Jahren ankündigen.


Die Aktien des SMI-Neulings Transocean steigen am ersten Handelstag als «Blue Chip» um 2,5%. Allerdings steht der Start des SMI-Benjamins unter keinem guten Stern: Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko kann der britische Energiekonzern BP die Serie von Pleiten, Pech und Pannen nicht stoppen.


Im SMI den Platz räumen mussten hingegen Swiss Life, deren Titel um 2,4% anziehen. Den Aktien werden nach ihren Ausscheiden aus dem SMI wieder Avancen zugetraut. Seit Mitte Januar haben die Titel um fast 30% korrigiert, zuletzt belastet vom ausserordentlichen Ausscheiden aus dem Swiss Market Index. Zumindest dieser Druck sei nun eliminiert, heiss es im Handel. Zudem hat sich CEO Bruno Pfister in einem Zeitungsinterview Spekulationen um eine mögliche Kapitalerhöhung entgegengestellt.


Mit Avancen zeigen sich auch andere Finanzwerte wie Credit Suisse (+1,5%), UBS (+1,1%), Swiss Re (+1,4%) und ZFS (+0,6%). Letztere wird am morgigen Dienstag einen Investor’s Day abhalten. Julius Bär rücken um 1,1% vor. Der Vermögensverwalter will eigenen Angaben zufolge Asien als zweiten Heimmarkt etablieren und rechnet in der Region mit einem Neugeldzufluss im zweistelligen Prozentbereich.


Im breiten Markt rücken Looser um 1,7% vor. In einem Medieninterview äusserte sich CEO Tim Talaat zuversichtlich zum laufenden Geschäftsgang. 2010 liege ein Umsatz von 500 Mio CHF und eine EBITDA-Marge von 13-15% im Bereich des Möglichen. Analysten reagieren mit höheren Gewinnschätzungen. (awp/mc/ps/11)

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