CH-Eröffnung: Etwas fester – Zyklische Titel ziehen an

Aus Sicht von Marktbeobachtern sind die Vorlagen gut, die Stimmung profitiere weltweit vom deutlichen Anstieg des Michigan-Verbrauchervertrauens und vom erholten Euro. Zum Wochenbeginn fehlt es allerdings an Makrodaten und an kursrelevanten Unternehmensnachrichten.


Das Blue-Chips-Barometer SMI steigt bis 09.30 Uhr um 0,58% auf 6’464,19 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verbessert sich um 0,77% auf 989,15 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,56% auf 5’671,11 Punkte.


Nach den jüngsten positiven US-Konjunkturdaten stütze weiterhin die Erwartung, dass die weltweit solide Konjunktur die negativen Folgen der Schuldenkrise in Europa auffängt. Davon profitieren vor allem zyklische Titel. So verteuern sich ABB (+1,2%), Logitech (+1,1%) und Holcim (+1,3%).


Aber auch die Finanztitel gehören zu den Profiteuren einer möglichen Entspannung und einer Verbesserung der konjunkturellen Lage. Allen voran verteuern sich UBS (+1,2%) und CS (+1,3%). Julius Bär klettern um 0,8%.


Während sich das Parlament noch über Sein oder Nichtsein des Staatsvertrags mit den USA im Zusammenhang mit den UBS-Kundendaten streitet, hat die Eidgenössische Steuerverwaltung den USA bereits 500 der 4’450 Datensätze geliefert, wie am Wochenende bekannt wurde.


Die Versicherungen legen etwas moderater zu, so steigen Baloise (+0,9%) und ZFS (+1,0%). Bei Swiss Re (+1,1%) kommentieren die Analysten von Vontobel den Investorentag vom Freitag in London, sprechen von hilfreiche Einblicken und sehen keinen Anlass die Erwartungen zu revidieren. Swiss Life (-0,1%) stehen dagegen auf der Verliererseite.


Etwas weniger gut als der Gesamtmarkt zeigen sich die Pharmatitel von Novartis (+0,1%) und Roche (+0,6%). Roche steht aus Sicht des Konzernchefs besser da als andere Pharmakonzerne. Dabei macht CEO Severin Schwan den Fokus auf innovative Diagnostika und Medikamente als Ursache aus, wie er in einem Interview mit dem «Tagesanzeiger» sagte. Das dritte Indexschwergewicht Nestlé (+0,1%) bietet dem Markt leichte Unterstützung.


Swisscom (+0,7% auf 373,40 CHF) profitieren von einer Ersteinschätzung der Société Générale. Diese startet die Bewertung mit «Buy» und einem Kursziel von 415 CHF.


Die Aktien der Logistiker Kühne + Nagel (+1,7%) und Panalpina (+1,4%) aus der zweiten Reihe stehen ebenso im Plus. Die Korruptionsaffäre in Nigeria kostet den Logistikkonzern insgesamt rund 300 Mio CHF, sagte Unternehmenschefin Monika Ribar im Interview mit der Zeitung «Sonntag». In diesem Betrag sei der entgangene Gewinn einkalkuliert.


Die meisten Nebenwerten tragen ein positives Vorzeichen. Bei OC Oerlikon (+1,1%) gibt es mittlerweile mehr Klarheit über die künftige Aktionärsstruktur. Die Beteiligungsgesellschaft Renova baute nach der finanziellen Restrukturierung sowie weiteren Aktienzukäufen den Anteil an OC Oerlikon auf 46,11% aus. «Die Aufstockung kann als positives Signal gewertet werden. Positiv ist auch die Entflechtung des Aktionariats», schreibt die ZKB.


Das Hypothekargeschäft der Hypothekarbank Lenzburg (Aktie ungehandelt) hat sich im bisherigen Verlauf 2010 stabil entfaltet. Es verlaufe, wie überall in der Schweiz nicht herausragend, aber zufriedenstellend, sagte Chefin Marianne Wildi im Gespräch mit AWP.


Deutlich im Plus stehen BC Jura (+5,3%) und Mikron (+4,3%), während Uster Technologie (-2,8%) und ADB (-2,5%) auf der Verliererseite stehen. (awp/mc/ps/11)

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