CH-Eröffnung: Etwas leichter – Gewinnmitnahmen belasten

Es sei mit einer sehr ruhigen Börsenwoche zu rechnen und es sei zu hoffen, dass es bei den Aktien nach den sehr starken Avancen der vergangenen Wochen zu einer leichten Korrektur komme, meinte ein Händler. Die Korrektur sei überfällig, denn die Unternehmen könnten erst im Rahmen der Q3-Berichterstattung den Beweis antreten, ob die hohen Erwartungen gerechtfertigt seien.


Das Blue-Chips-Barometer SMI liegt um 09.30 Uhr 0,24% tiefer auf dem Stand von 6’309,95 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,29% auf 976,54 Zähler, der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,23% auf 5’453,32 Punkte.


Grössere Abgaben sind bei UBS (-1,5%) zu sehen. Die Titel würden unter Gewinnmitnahmen leiden, so der Händler weiter. Belastend könnte die Forderung nach verschärften Eigenkapitalvorschriften für Banken der Finanzmarktaufsicht (Finma) wirken. Ausserdem hat das US-Steueramt Presseberichten zufolge die Frist für Selbstanzeige bis 15. Oktober verlängert. Ursprünglich wäre der kommende Mittwoch der letzte Tag gewesen. In der Sonntagspresse waren US-Kunden von Schweizer Banken – insbesondere der UBS – ebenfalls ein Thema. Zu Tausenden würden sich diese bei der amerikanischen Steuerbehörde IRS selbst anzeigen.


Derweil legen die Konkurrenzpapiere der UBS, die Credit Suisse Aktien, um 0,4% zu. CS-CEO Brady Dougan betonte in einem Interview, dass das Vermögensverwaltungsgeschäft aus der Schweiz heraus für ausländische Kunden weiterhin eine gefragte Dienstleistung bleibe.


Bei Holcim (-1,9%), OC Oerlikon (-1,6%), ABB (-0,8%) oder Syngenta (-0,9%) werden Gewinne mitgenommen. Holcim Konzernchef Markus Akermann gab bekannt, dass er nicht Nachfolger von Verwaltungsratspräsident Rolf Soiron werden will. Es brauche «frisches Blut» an der Spitze des Konzerns. Zudem stellte Akermann grössere Akquisitionen im Bereich Zuschlagstoffe in Aussicht, was gemäss Händler kursbelastend wirkt. Derweil prüft OC Oerlikon alle Optionen zur Sanierung des Unternehmens. Allenfalls müssen auch die kreditgebenden Banken zur Kasse gebeten werden.


Stark nachgefragt werden dagegen Novartis (+1,1%). Die Titel dürften zum einen von ihrem defensiven Charakter, und zum andern von einer Tradingempfehlung der ZKB profitieren, sagte ein Händler. Roche legen um 0,2% zu. Roche-CEO Severin Schwan hat in der Samstagsausgabe der «Finanz und Wirtschaft» auf die «starke» Produktpipeline der Gruppe hingewiesen. Heute Montag publizierte Roche neue «ermutigende» Überlebensdaten zu Avastin, Herceptin und Xeloda.


Im SMI sind am heutigen Montag die Anfang Juli angekündigten Anpassungen umgesetzt worden. Während Lonza (-0,3%) und SGS (+0,3%) im SMI aufgenommen wurden, sind Bâloise (-1,5%) und Nobel Biocare (-0,5%) aus dem Leitindex ausgeschlossen worden. Ausserdem sind Rieter (-3,0%) aus dem SMIM gefallen.


Klar fester notieren im breiten Markt Komax (+12,9%). Komax leitet im automobilnahen Kabel-Bereich die bereits angekündigten Restrukturierungsmassnahmen ein.


Georg Fischer (Aktie: -1,0%) wird die Konzernleitung ab Januar 2010 um eine Person verkleinern. CEO Yves Serra übernimmt dabei die Aufgaben des abtretenden Leiter des Konzernstabs Unternehmensentwicklung Ernst Willi.


Die Aktien der Hypo Lenzburg wurden bislang noch nicht gehandelt. CEO Jürg Andreas Ritz wird im Frühjahr 2010 die Leitung der Bâloise-Tochter Baloise Bank SoBa übernehmen. (awp/mc/ps/13)

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