CH-Eröffnung: Fester dank technischer Erholung

Noch immer sei viel Pessimismus unter den Investoren zu verspüren. Die Unsicherheiten um die weitere konjunkturelle Entwicklung angesichts der hohen Staatsschulden bleibe gross, was auch die Volatilität an den Aktienmärkten hoch halten dürfte.


Das Blue-Chips-Barometer SMI gewinnt bis 09.30 Uhr 0,82% auf 6’297,35 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) rückt 0,99% auf 957,45 Punkte vor und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,83% auf 5’526,15 Punkte.


Eine positive Note bringt die Bank Sarasin in die Aktienmärkte. Die europäischen Aktien würden trotz der fiskalischen Konsolidierung als besonders günstig erscheinen, was auf den schwächeren Euro, das stärkere internationale Wachstum und niedrigere Bewertungen zurückzuführen sei, heisst es in einem Strategieausblick der Bank. Es bestehe dabei «eindeutig die Chance auf eine kräftige Erholung des «Nifty-Fifty»-Universums globaler Aktien. Dies sind laut Sarasin die 50 am stärksten von institutionellen Investoren favorisierten Aktien, wozu unter anderem auch Roche gehören.


Roche (+0,5%) hinken indes im frühen Geschäft dem Gesamtmarkt leicht hinterher, wie Nestlé (+0,3%) aber im Gegensatz zu Novartis (+0,8%).


An der Spitze des SMI sind derzeit Holcim (+1,9%) zu finden, welche von einer Aufstufung durch die CS auf «Neutral» Rückenwind erhalten. Für die CS sind die Sorgen bezüglich der konjunkturellen Entwicklung in Europa im Baumaterialsektor eingepreist, weshalb die Bank auch die Sektoreinstufung auf Overweight von bisher Market Weight angehoben hat.


Von dieser Sektoraufstufung profitieren auch Geberit (+2,0%). In einem Interview mit der Wirtschaftspresse bestätigte Geberit-CEO Baehny die gegenüber AWP gemachten Aussagen der vergangenen Woche, was den Kurs allerdings kaum gross bewegen dürfte.


Im SLI liegen derzeit Nobel Biocare (+2,2%) ganz vorne, während auch Clariant (+1,7%) oder Petroplus (+1,6%) überdurchschnittlich gesucht sind.


Von den ebenfalls starken Finanzwerten, welche in den vergangenen Woche arg unter Druck gestanden hatten, verteuern sich CS (+1,7%), GAM (+1,4%), ZFS (+1,3%) und Swiss Life (+1,2%) am meisten. Swiss Re, Bâloise und UBS legen je rund 1% zu. UBS bleiben aus politischer Sicht im Fokus. Derzeit laufen die Debatten im National- und Ständerat zum Staatsvertrag mit den USA sowie um die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission zur UBS-Affäre.


Am wenigsten gesucht sind derzeit nebst Nestlé und Roche die Papiere von Julius Bär (+0,3%) und Givaudan (+0,2%).


Im breiten Markt brechen GNR um 16,5% ein. Das Unternehmen Global Natural Resources hat nach einigen Verzögerungen nun den Geschäftsbericht 2009 vorgelegt, dabei aber gleichzeitig eine Überschuldung im Sinne von OR, Art. 725 gemeldet. Nun sollen der Generalversammlung Restrukturierungsmassnahmen vorschlagen werden. Die Aktie wurde von der SIX Swiss Exchange wegen des nicht eingereichten Geschäftsberichtes für eine Woche vom Handel ausgesetzt. Heute werden die Papiere nun wieder zum ersten Mal gehandelt.


OC Oerlikon verlieren 2,5%. Oerlikon hat am Morgen weitere Details zur Umschuldung und den damit verbundenen verschiedenen Kapitalmarkt-Transaktionen bekanntgegeben. Insgesamt hat das Unternehmen, dessen neu ausgegebene Aktien ab heute gehandelt werden, die konsolidierte Verschuldung um knapp 1 Mrd CHF reduzieren können. (awp/mc/ps/09)

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