CH-Eröffnung: Freundlich, schwache Vorgaben eingepreist

Unternehmensnews sind derweil spärlich gesät.


Die Anleger blicken nach Toronto, wo die Regierungschefs der acht führenden Industrienationen zum G8-Gipfel zusammengekommen sind und über Regulierungen der Finanzmärkte sowie ein mögliches Ende der milliardenschweren Konjunkturprogramme beraten wollen. Die Lage am europäischen Staatsanleihenmarkt bleibe indes angespannt und eine erneute Verschärfung der Diskussion um die Lage der Staatsfinanzen könne jederzeit eintreten, lautet eine Einschätzung.


Das Blue-Chips-Barometer SMI steigt bis um 09.30 Uhr um 0,37% auf 6’343,77 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) rückt um 0,43% auf 971,37 Punkte vor und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,35% auf 5’585,03 Zähler.


Grösster Gewinner unter den 30 Bluechips sind Sonova (+1,8% auf 132,50 CHF). Die Credit Suisse erhöht das Kursziel für die Aktien auf 170 CHF von bisher 155 CHF. Die Grossbank glaubt, dass der Markt das Potenzial des Hörsystems Lyric unterschätzt. Zudem könnte Sonova mit dem Produkt seine Führungsposition stärken. Vor diesem Hintergrund nimmt das Institut die Sonova-Aktie auf die «Europe Focus List» und bestätigt das Rating «Outperform».


Grössere Gewinne verbuchen unter anderem noch Nobel Biocare (+1,0%) und Actelion (+1,0%).


Freundlich halten sich auch die Banken: UBS und Julius Bär stehen beide bei +0,9% und CS bei +0,5%. Am Vortag wurde das Sentiment unter anderem von erneuten Spekulationen um eine Ausweitung der Schuldenkrise in der Eurozone belastet. Neuigkeiten gab es zudem im Steuerstreit. Frankreich hat Spanien laut dem Wirtschaftsministerium in Madrid eine Liste mit 3’000 geheimen Schweizer Konten übergeben.


Die defensiven Schwergewichte tendieren uneinheitlich. Roche gewinnen 0,3%. Das britische National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) hat unter anderem MabThera (Rituximab) des Pharmakonzerns als Therapie für schwere, aktive rheumatoide Arthritis (RA) bei Erwachsenen empfohlen. Novartis legen mit 0,8% stärker zu, Nestlé (-0,1%) bleiben dagegen zurück.


Am Tabellenende im SMI/SLI rangieren Transocean (-0,6%). Am Markt wird unter anderem auf erneute Forderungen aus den USA mit Blick auf die Dividende verwiesen. Rund zwei Dutzend US-Senatoren hätten verlangt, dass der Konzern die geplante Ausschüttung wegen der Ölpest im Golf von Mexiko zumindest verschiebt. Die Aktienkursentwicklung werde aufgrund der vielschichtigen Thematik volatil und tendenziell auch unter Druck bleiben, schreiben Analysten.


Im breiten Markt verlieren Basilea deutliche 5,0%. Marktbeobachter führen die tieferen Notierungen vor allem auf die Verzögerungen im Zeitplan für die Phase-III-Studien mit dem Antipilzmedikament Isovuconazol zurück.


Forbo gewinnen dagegen 3,2%. Das Industrieunternehmen ist gemäss CEO This Schneider in der Lage, Akquisitionen im dreistelligen Millionenbereich zu tätigen. «Das werden wir aber nur dann tun, wenn wir Mehrwert für unsere Aktionäre schaffen», sagte Schneider dem Magazin «Stocks».


Ungehandelt bleiben Komax. Das Unternehmen bündelt die Dünnschicht-Aktivitäten mittelfristig im neuen Werk in York, USA. Damit werden in Rotkreuz in der Schweiz in den nächsten Monaten voraussichtlich rund 45 Stellen abgebaut.


(awp/mc/hfu/12)

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