CH-Eröffnung: Freundlich – US-Fed-Entscheid beflügelt Finanzwerte

Die dortigen Währungshüter wollen u.a. in den kommenden sechs Monaten US-Staatsanleihen für bis zu 300 Mrd USD zurückkaufen, was am Vorabend zu einem Rally an den US-Aktien- und Bondmärkten geführt hat. Unternehmensseitig gaben ausserdem Spekulationen über eine Übernahme im Technologiesektor den Aktien der NASDAQ-Börsen zusätzlich Auftrieb. «Das Rally an den US-Börsen überträgt sich nun auch auf die Märkte in Europa», sagte ein Händler zu den Avancen.


Das Blue Chips Barometer SMI legt bis um 09.35 Uhr 36,30 Punkte bzw. 0,76% auf den Stand von 4’819,62 Zählern zu (Tageshoch bisher 4853). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) avanciert derweil 1,14% auf 685,14 Punkte, der breite Markt (SPI) 0,76% auf 4’049,03.


Vor allem die Banken- und Versicherungswerte profitieren von den Ankündigungen aus den USA und führen dementsprechend das hiesige Tableau an. So liegen unter den 30 wichtigsten Titeln Swiss Re (+4,7% auf 16,45 CHF), UBS (+4,3% auf 12,32 CHF) und CS (+3,8% auf 35,28 CHF) an der Tabellenspitze. Die UBS hat zudem angekündigt, dass sie eigene nachrangige Anleihen in der Grössenordnung von 1 Mrd EUR zurückkaufen und an der Generalversammlung bedingtes wie auch genehmigtes Kapital schaffen will. Aber auch Swiss Life (+2,7%), Julius Bär (+2,2%) oder ZFS (+1,9%) sind weit vorne zu finden.


Zu den grössten Gewinnern aus den anderen Sektoren gehören Clariant (+3,3% auf 4,38 CHF) sowie OC Oerlikon (+2,0% auf 35,00 CHF). Clariant separiert auf Ende Jahr die drei Geschäftseinheiten Papier-, Textil- und Leder in operativ eigenständige Bereiche. Neuer Leiter dieser Geschäftseinheiten sowie der Region Asien wird Mathias Lütgendorf, wie das Unternehmen am Morgen mitteilte. Swatch (+0,9%) und Richemont (-0,9%) reagieren unterschiedlich auf die neuesten Zahlen zu den Uhrenexporten. Im Februar sind diese real um 22,4% und nominal gar um 28,4% eingebrochen.


Roche (+0,9% auf 146,10 CHF) werden beflügelt von den News, dass der Pharmakonzern bei der europäischen Zulassungsbehörde EMEA den Antrag auf die Zulassung von Tarceva als Erstlinienbehandlung bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs eingereicht hat. Novartis (-0,2% auf 43,50 CHF) dagegen verlieren trotz positiver Studienresultate des Medikamentes Glivec bei der Indikation Darmkrebs (GIST).


Neben Richemont am Schluss der Tabelle bzw. im negativen Bereich tummeln sich noch Swisscom (-0,6%), Nobel Biocare (-0,6%), Actelion (-0,6%), ABB (-0,5%) und Nestlé (-0,2%). Der Fokus der Anleger liegt am Donnerstag aber für einmal auch verstärkt auf dem breiten Markt, haben doch diverse Firmen ihre Zahlen 2008 oder einen Ausblick 2009 präsentiert. Kuoni gehört dazu, die Aktie verliert 5,1%. Der Reisekonzern hat beim Buchungsstand per Mitte März einen Einbruch zum Vorjahr von 24% zu beklagen.


Zu den Verlieren nach Zahlen gehören auch u-blox (-0,9%) oder Bucher (-0,7%). Positive Reaktionen auf die News gibt es dafür beim Finanzbroker CFT, dessen Aktie 6,7% zulegt. Aber auch BKW (+2,1%) und Flughafen Zürich (+0,5%) können sich nach Zahlen positiv in Szene setzen. Georg Fischer legen 1,8% zu, obwohl das Management anlässlich der gestrigen Generalversammlung wegen der Rezession von weiteren möglichen Anpassungen sprach. (awp/mc/ps/12)

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