CH-Eröffnung: Gut gehalten – Warten auf Fed-Sitzung

Entscheidend werde sein, ob die Fed den Märkten abermals für einen längeren Zeitraum niedrige Leitzinsen in Aussicht stellen wird. Zuvor steht noch die Entwicklung der US-Verbraucherpreise im November auf der Agenda. Darüber hinaus werden die US-Baubeginne im November erwartet. Aus dem Euroraum stehen die Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor im Dezember zur Veröffentlichung an.


Bis um 09.30 steigt der SMI um 0,18% auf 6’450,76 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) rückt um 0,21% auf 987,77 und der breite Swiss Performance Index um 0,13% auf 5’545,46 Punkte vor.


Credit Suisse notieren 0,2% tiefer. Die Grossbank steht kurz vor einem Vergleich mit den US-Behörden wegen Dollar-Transaktionen an Länder, die unter US-Sanktionen fallen. Der CS droht eine Busse von 536 Mio USD. Die Bank hat für die Angelegenheit zwar Rückstellungen getätigt, erwartet aber eine Gewinnminderung im vierten Quartal 2009 um 360 Mio CHF. Analysten sehen sich aber in ersten Stellungnahmen nicht veranlasst, ihre Schätzungen zu revidieren.


UBS rücken um 0,3% vor. Bankenwerte werden europaweit von Spekulationen gestützt, der Basler Ausschuss für die Bankenaufsicht wolle der Finanzbranche mehr Zeit bei der Umsetzung von neuen Regeln für die Kapitalausstattung einräumen. Julius Bär gewinnen 0,9%.


Die Versicherer sehen ein Plus von 0,9% bei ZFS, und Swiss Re rücken um 0,8% vor. Bâloise (+0,1%) hinken etwas hinterher. Der im SPI vertretene Branchennachbar Helvetia (Aktie: +0,2%) ist nicht an einer Übernahme des Konkurrenten interessiert. Dies sagte der VR-Präsident in einem Zeitungsinterview.


Swiss Life (+0,2%) stehen auch im Nachgang zum gestrigen Investorentag im Fokus. Der Lebensversicherer verkaufte einen Teil seines Aktienpakets an dem deutschen Finanzvertrieb MLP an den Krankenversicherer Barmenia und verringerte damit seine Beteiligung auf unter 10%. Dies teilte Swiss Life am Vorabend nach Börsenschluss mit. Damit hat das Unternehmen ein altes Versprechen endlich eingelöst, hiess es im Handel.


Mit deutlicheren Aufschlägen notieren zyklische Titel wie Nobel Biocare (+1,3%), Clariant (+1,0%) oder ABB (+0,4%). Händler sprechen im Falle von Nobel Biocare von «Window Dressing»-Käufen, nachdem der Titel endlich den Boden gefunden habe.


Wenig Gehör fand hingegen bis dato ein Zeitungsinterview des Geberit-CEO Albert Baehny. Dieser stellte den Aktionären eine «schöne Dividende» in Aussicht und verwies auf die prall gefüllte Kasse. Geberit notieren zum Berichtszeitpunkt unverändert.


Die defensiven Schwergewichte Novartis (+0,3%), Roche (+0,1%) und Nestlé (+0,1%) bewegen sich in etwa im Einklang mit dem Gesamtmarkt.


Am breiten Markt brechen Addex um knapp 70% ein. Das biopharmazeutische Unternehmen hat mit seinem Leitprodukt überraschend Schiffbruch erlitten. Experten gehen nun davon aus, dass die Börsenkapitalisierung auf das Niveau des Cashbestandes des Unternehmens sinkt.


CKW rücken nach Jahreszahlen um 4,1% vor. Zwar hätten aufsichtsrechtliche Angelegenheiten ihre Spuren beim Ergebnis hinterlassen, das Betriebsergebnis ist jedoch nach Urteil von Analysten besser als erwartet ausgefallen.


Winterthur Tech (Aktie: +0,1%) sollte es möglich sein, ab dem Jahr 2011 zu den alten Betriebsgewinnmargen zurückzukehren. Dies jedenfalls versprach VR-Präsident Edgar Rappold in einem Zeitungsinterview. (awp/mc/ps/12)

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