CH-Eröffnung: Im Minus nach schwachen Vorgaben

Die Wall Street hatte am Vortag nach Veröffentlichung der Fed-Minutes – der Protokolle der letzten Sitzung der US-Notenbank – deutlich nachgegeben. Die Minutes hätten die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung wieder in die Ferne rücken lassen, hiess es. Insgesamt habe sich in den Augen vieler Anleger die Angst vor einer verschärften Krise an den Finanzmärkten wieder erhöht.


Bis gegen 9.25 Uhr büsst der SMI 0,84% oder 73,05 Punkte auf 8’641,64 Zähler ein. Der 30 Titel umfassende SLI steht 0,93% tiefer auf 1’301,83 Stellen und der breitere SPI fällt um 0,89% auf 7’035,67 Punkte zurück.


Von den Bluechips sinken die Roche-Bons 0,8% auf 208,00 CHF nachdem der Pharmakonzern vor einem amerikanischen Bezirksgericht einen Patentstreit gegen das US-Unternehmen Amgen zum Produkt Mircera verloren hat. Der endgültige Entscheid fällt Anfang September. Roche teilte zudem den Ausbau des Cellcept-Abkommens mit dem US-Unternehmen Aspreva mit.


Die Aktien von Konkurrentin Novartis gehen aktuell 0,2% tiefer auf 62,80 CHF um und zählen damit zu den SMI-Werten mit den geringsten Verlusten.


Schwächer tendieren im frühen Handel die Finanzwerte, die bereits am Vortag nachgegeben hatten. UBS sinken 1,0% auf 62,10 CHF, CS gehen 1,3% auf 77,50 CHF zurück und Julius Bär stehen 1,3% tiefer auf 76,90 CHF.


Die Swatch Group (I: -0,7% auf 344,80; N: -0,9% auf 65,50 CHF) gründet mit der Westschweizer Groupe E und anderen Partnern ein Unternehmen das im Elektrolyse-Geschäft tätig werden soll. Analysten beurteilen den Schritt allerdings als geringe Investition.


Am Tabellenende stehen zur Berichtszeit SGS (-2,3% auf 1’358 CHF), nachdem Goldman Sachs ihr Rating für den Titel auf ‹Sell› von ‹Neutral› reduziert hat. Das Kursziel beträgt neu 1’360 (1’410) CHF. ABB verlieren ohne fundamentale Neuigkeiten 2,1% auf 27,60 CHF. Zuletzt gehörten die Titel allerdings zu grössten Gewinnern.


In der Gewinnzone notieren einzig Lonza (+0,4% auf 113,40 CHF), Swisscom tendieren unverändert auf 414,30 CHF. In Adecco (-0,5% auf 75,80 CHF) oder Givaudan (-0,5% auf 1’055 CHF) oder den am Vortag gesuchten Swiss Life (-0,5% auf 276,50 CHF) halten sich die Abgaben in Grenzen.


Am breiten Markt hat Börsenneuling VZ Holding mit den Halbjahreszahlen die Erwartungen nur teilweise getroffen, die Aktie sinkt um 3,6%. Die Erwartungen übertroffen hat dagegen Bäcker Hiestand (+2,7%) mit seinen Semesterzahlen.


Halbjahreszahlen vorgelegt haben auch Rätia Energie (PS -0,9%; Aktie ungehandelt) und die Chemie+Papier Holding (-1,6%). Esmertec (+6,3%) teilten eine Umsatzsteigerung von gut 84% mit. Spezialsägenhersteller Meyer Burger (Aktie -2,6%) hat aus Japan einen Auftrag im Solarbereich erhalten.


Ypsomed (-1,2%) sieht eine hohe Erfolgschance im Prozess gegen Sanofi-Aventis, wie VR-Präsident Willy Michel in einem Interview sagte. Die Geschäftsbeziehung zwischen Ypsomed und Sanofi dürfte mit dem Prozess nun vollends in die Brüche gegangen sein, kommentiert allerdings die Bank Vontobel.


OC Oerlikon geben nach einem bereits schwachen Vortag erneut 2,3% auf 366,00 CHF her. Die UBS hat ihr Kursziel auf 430 (730) CHF gesenkt. Laut VR-Präsident Stumpf bestehen keine Pläne für ein Going Private. (awp/mc/gh)

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