CH-Eröffnung: In Verlustzone gedreht – Erholung nicht nachhaltig

Unterstützung hätten die europäischen Aktienmärkte zunächst aus Hongkong erhalten, wo der Hang Seng Index einen deutlichen Rebound verzeichnete, erklärte ein Händler. Die Erholung dürfte seiner Meinung nach nicht von Nachhaltigkeit geprägt sein. An der Devisenfront hat der Dollar zum Franken mit 1,1093 CHF einen neuen Allzeittiefstand erreicht.


Bei den Finanzwerten waren die Erholungstendenzen nur von kurzer Dauer. Dagegen profitieren die Luxusgütertitel von Swatch und Richemont von den guten Schweizer Uhrenexporten. Doch eigentlich fehlt es am Markt an wichtigen Konjunktur- oder Unternehmensnachrichten. Am Nachmittag werden aus den USA Angaben zum Hausbaumarkt erwartet. Nach Börsenschluss in Europa wird das Protokoll der FOMC-Sitzung von Ende Oktober publiziert. Darin wird die US-Notenbank Angaben zu Wachstum, Inflation und Arbeitslosigkeit machen.


Bis um 09.45 Uhr verliert der SMI 0,55% oder 45,64 Einheiten auf 8’225,24 Punkte. Der neue Intraday-Jahrestiefststand liegt nun bei 8’203,05 Stellen. Der Swiss Leader Index gibt 0,61% auf 1’246,46 Zähler und der breitere SPI um 0,56% auf 6’715,85 Einheiten nach.


Starker Nachfrage erfreuen sich Richemont (+1,9% auf 75,65 CHF) und Swatch (+0,7% auf 315,25 CHF). Beide Titel profitieren von den im Oktober weiterhin guten Schweizer Uhrenexporten, die – so scheint es – von der Finanzmarktkrise bislang kaum getroffen wurden. Die etwas stärkere Nachfrage nach Richemont dürfte mit Anschlusskäufen nach den gestrigen Avancen zu begründen sein. Der Konzern will die Abspaltung des Luxusgütergeschäfts von den anderen Aktivitäten, dazu gehört auch die Beteiligung an BAT, überprüfen.


Erneute Abschläge sind dagegen bei Finanztiteln wie UBS (-3,1% auf 48,92 CHF), CS (-4,4% auf 62,65 CHF), Swiss Re (-2,7% auf 85,20 CHF) oder ZFS (-1,4% auf 301,50 CHF) zu sehen. Vor allem die Banken finden dabei nach wie vor keinen Halt. Es wird spekuliert, wie hoch die Abschreibungen in Folge der Kreditkrise im vierten Quartal ausfallen könnten.


Auch Swiss Re machen die Auswirkungen der US-Subprimekrise zu schaffen. Der Rückversicherer hat gestern überraschend Abschreibungen in Milliardenhöhe mitgeteilt. Nach der Hiobsbotschaft haben die UBS und Citigroup ihre Kurszielschätzungen für Swiss Re deutlich gesenkt. Die Analysten von Unicredit, Exane BNP und Merrill Lynch senkten gar ihre Ratings. Während Goldman Sachs Swiss Re in ihrer Ersteinschätzung mit ‹Neutral› aufgenommen hat. Dagegen will Standard & Poor’s an ihrem Rating festhalten, was dem Titel kaum Unterstützung bietet.


Dagegen erhalten Swiss Life (+0,9% auf 294,50 CHF) erneut Zuspruch. Die Titel wurden am Vortag stark nachgefragt, nachdem über den Verkauf der niederländischen und belgischen Einheit informiert und ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt wurde. Die UBS hat das Kursziel auf 375 (355) CHF erhöht und die Kaufempfehlung bestätigt.


Die defensiven Schwergewichte Nestlé (+0,6% auf 547,50 CHF), Novartis (+0,1% auf 58,30 CHF) und Roche (+0,1% auf 195,20 CHF) stehen leicht in der Gewinnzone.


Im breiten Markt haben mit Card Guard (-5,5%) und Precious Woods (+0,2%) zwei kleine Unternehmen über das dritte Quartal respektive die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres orientiert. Während Card Guard im dritten Quartal erneut einen Verlust hinnehmen musste, konnte Precious Woods in den ersten neun Monaten Umsatz und Gewinn deutlich steigern. (awp/mc/pg)

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