CH-Eröffnung: Kurz nach Start ins Minus gedreht – Wenige Impulse

Mit kommender Woche dürfte die Berichtssaison in den USA wieder in den Fokus treten.


Zahlreiche Marktteilnehmer würden vor den US-Konjunkturdaten am Nachmittag vorerst auf der Seitenlinie verharren, heisst es weiter. Insbesondere das Verbrauchervertrauen sollte dabei Beachtung finden, aber auch der Case-Shiller Hauspreisindex könnte Impulse geben. Die durchwachsenen Daten der vergangenen Woche hätten das bislang gültige Szenario einer kräftigen Erholung der US-Wirtschaft nicht gestört.


Das SMI-Index der wichtigsten Schweizer Blue Chips steht um 09.30 Uhr 0,19% tiefer auf 6’277,50 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,09% auf 967,19 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,08% auf 5’427,14 Zähler.


Die Grossbanken stehen nach Aussagen des Managements und nach Unternehmensnews im Blick der Anleger. UBS gewinnen 0,1% (Vortag +2,2%). CEO Oswald Grübel sieht das Institut auf gutem Weg, innerhalb eines Jahres zu gesunden. Auch sprach er gegenüber der «Financial Times Deutschland» von zahlreichen Anfragen möglicher Interessenten für das US-Vermögensverwaltungsgeschäft. Die Aussagen zeigten einmal mehr, dass die Baustelle UBS noch eine längere Zeit nicht abgeschlossen sein dürfte, heisst es dazu in einem Marktkommentar.


Zudem stehen bei der Grossbank Veränderungen im Verwaltungsrat an. Sergio Marchionne und Peter Voser wollen sich an der Generalversammlung im Jahr 2010 nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung stellen, sondern sich auf ihre bestehenden Management-Positionen konzentrieren, wie die UBS mitteilte. Dies sei im Fall Marchionne angesichts der Herausforderungen in der Autoindustrie erwartet worden, schreiben Analysten.


CS verlieren dagegen 1,1%. CEO Brady Dougan bekräftigte in einem Interview mit dem «Tagesanzeiger» die Ambitionen der Bank im Privatkundengeschäft. Julius Bär notieren 0,2% fester.


Schlusslicht unter den 30 Bluechips sind Sonova (-1,2%), auch Synthes (-1,1%) und Adecco (-0,9%) verlieren deutlich.


Holcim (-0,4%) werden tiefer gestellt. Der Zementhersteller hat Ian Thackwray, CEO von Holcim Philippinen, zum Mitglied der Konzernleitung ernannt. Das Unternehmen setze bei der Rekrutierung von Schlüsselpositionen weiterhin auf Führungskräfte, die sich intern im Konzernverbund empfohlen hätten, heisst es dazu bei Analysten. Für die Aktie gilt die Nachricht als kursneutral.


Die Pharmawerte tendieren uneinheitlich. Roche verlieren 0,3%, während Novartis 0,1% vorrücken. Am Vortag hatte die Übernahme der Pharmasparte der belgischen Solvay durch den US-Konzern Abbott Laboratories für Aufmerksamkeit gesorgt. Damit gehe die Konsolidierungswelle in der Branche in eine neue Runde, heisst es im Handel.


Actelion (-0,2%) werden verkauft. Die UBS hat das «Sell»-Rating bekräftigt; das leicht angehobene Kursziel liegt unter dem aktuellen Kursniveau.


Die ebenfalls defensiven Nestlé geben um 0,2% nach.


Deutliche Aufschläge gibt es dagegen für Richemont (+1,0%) an der Tabellenspitze im SMI/SLI, auch Swatch tendieren freundlich (+0,6%). Überdurchschnittlich halten sich unter anderem noch Swiss Life (+0,8%) und Bâloise (+0,7%).


Im breiten Markt gibt es für Aryzta (+1,1%) nach dem gestrigen Zahlenausweis weiteres Feedback von Analysten. Die UBS und ZKB bekräftigen ihre positive Einschätzung («Buy» bzw. «Übergewichten»). Panalpina notieren 1,7% fester bei 87,60 CHF, die Analysten von Morgan Stanley haben das Kursziel auf 87 (81) CHF erhöht und die Einstufung «Equalweight» bestätigt. (awp/mc/pg/08)

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