CH-Eröffnung: Leicht fester – Zykliker vermehrt gesucht

Im weiteren Verlauf dürften sich die Anleger zunehmend auf die heute Nachmittag zur Publikation anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für den Monat Mai konzentrieren, so Marktbeobachter. Deshalb sei zunächst eine Seitwärtsbewegung auf höherem Niveau denkbar.


Das Blue-Chips-Barometer SMI gewinnt bis um 09.30 Uhr um 0,53% auf 6’452,92 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) rückt um 0,65% auf 984,33 Punkte vor und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,58% auf 5’670,64 Punkte. Damit steigt das Kursniveau hierzulande im Einklang der Entwicklung an den wichtigsten europäischen Handelsplätzen.


Aus charttechnischer Sicht sollte das «topping out» wohl noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Vorerst müsste es nochmals zu einem kleinen Anstieg auf ca. 6’480/90 Punkte im SMI führen, schreiben die Charttechniker der Deutschen Bank in einem Kommentar. Aus zyklischer Sicht könnte allerdings die Erholung schon abgeschlossen sein. SMI-Niveaus von einerseits über 6’490 und andererseits unter 6’330 seien zur Abwicklung von Teilpositionen interessant, heisst es weiter. Widerstand ist bei 6’440, 6’460, 6’530 und 6’555 angesiedelt, Unterstützung bei 6’415, 6’375, 6’330, 6’275, 6’240, 6’220, 6’160 Stellen.


Unter den SMI-/SLI-Titeln fallen vor allem konjunktursensitive Werte durch prozentual grössere Kursgewinne auf. So ziehen Petroplus (+2,2%), Givaudan (+2,1%), Adecco (+1,7%), ABB (+1,1%), Logitech (+1,1%) oder Holcim (+0,9%) deutlicher an. Holcim könne von den gesenkten Prognosen des Mitbewerbers Cemex profitieren, der sich dennoch zuversichtlich gebe. Das Vertrauen in die reifen Marktregionen steige, schreibt die Bank Vontobel in einem Kommentar. ABB hat am Vorabend die Arrondierungsakquisition der US-amerikanische K-TEK mit einem Jahresumsatz von 50 Mio USD bekannt gegeben, die allerdings nicht kursrelevant ist.


Unter den Finanzwerten avancieren CS (+1,1%), Swiss Re (+0,9%) und UBS (+0,9%) überdurchschnittlich.


Auch die defensiven Roche GS (+0,8%) oder Novartis (+0,7%) sind gesucht. Demgegenüber sind Nestlé (unv.) nicht gefragt. Roche-VRP Franz Humer will weiterhin «strategisch sinnvolle» Akquisitionen in den Bereichen Pharma und Diagnostika tätigen. «Wir haben genügend Cash für kleinere Akquisitionen, ohne unser Credit Rating zu belasten», sagte Humer in einem Presse-Interview. Novartis hat in einer Vergleichsstudie für Tasigna bei der Blutkrebserkrankung Ph+ CML gute Ergebnisse erzielt. Dabei hat das Medikament besser als die ebenfalls von Novartis stammende Standardtherapie Glivec abgeschlossen.


In Richemont (+0,4% auf 39,90 CHF) hat die Citigroup ihre «Buy»-Empfehlung bestätigt und dabei das Kursziel auf 46,00 CHF von 42,00 CHF erhöht. Nach den jüngsten Avancen können diese Titel aber nur geringfügig davon profitieren. Swatch (+0,2%) bewegen sich im Gleichschritt.


Swisscom (+0,5%) sieht sich nach der nun definitiv gescheiterten Fusion von Orange und Sunrise keiner geeinten Konkurrenz gegenüber. Gemäss Marktbeobachtern dürfte sich jedoch die bisherige Konkurrenzsituation etwas verschärfen und bleibe auch der Regulierungsdruck hoch.


Einziger Verlierer im SMI/SLI sind Synthes (-0,5%). Der Branchennachbar Nobel Biocare (+1,1%) legt hingegen leicht überdurchschnittlich zu.


Im breiten Markt finden heute nach einem weiteren Auftrag aus China Meyer Burger (+2,8%) vermehrt Beachtung. u-blox (+6,8%) hat eine neue GPS-Lösung auf den Markt gebracht. Diese Titel reagieren meist stark auf Produktnews.


In Partners Group (+1,0% auf 135 CHF) hat die Credit Suisse das Kursziel deutlich auf 147 CHF von 121 CHF erhöht. Der Schritt wird mit den überarbeiteten Ertragsprognosen begründet.


Coltene (+2,7% auf 58 CHF) profitiere von einer Heraufstufung auf «Buy» der Bank Vontobel mit einem Kursziel von 75 CHF, so Marktbeobachter.


Demgegenüber werden Santhera (-4,9%) weiter zurückgenommen und verbuchen die prozentual grössten Einbussen. (awp/mc/pg/09)

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