CH-Eröffnung: Leicht schwächer – Finanzwerte und Zykliker belasten

Hingegen stützen vor allem die defensiven Novartis. Im späteren Handelsverlauf stehen noch die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) an, und aus den USA kommen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie nachbörslich die Mai-Budgetzahlen. Zudem spricht Finanzminister Geithner vor dem Senat über die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und China. Die EZB dürfte gemäss Experten das aktuelle Leitzinsniveau bestätigen sowie den Einlagen- und Spitzenrefinanzierungssatz unverändert belassen. Wegen der zuletzt tendenziell guten Konjunkturdaten dürften die Prognosen für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im laufenden Jahr leicht angehoben werden, heisst es weiter.


Das Blue-Chips-Barometer SMI verliert bis 09.30 Uhr um 0,29% auf 6’301,08 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 0,31% auf 959,52 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,41% auf 5’530,42 Punkte.


Mit einem Zeithorizont von drei Tagen sieht die ZKB den SMI erst tiefer, danach aber höher. Unterstützung bestehe im SMI bei 6’250, 6’150, 6’020, und 5’900 Punkten; Widerstand sei bei 6’370, 6’400, 6’470, 6’530 sowie 6’650 bis 6’700 Punkten angesiedelt, heisst es weiter.


Unter den SMI-/SLI-Titeln werden im Bankensektor UBS (-1,5% auf 14,24 CHF) und CS (-1,4%) am stärksten zurückgenommen. Im Seilziehen um den UBS-Staatsvertrag hat heute die Wirtschaftskommission des Nationalrates erneut die Ablehung des Vertrags empfohlen. Zudem hat die Société Générale das Kursziel für die UBS-Valoren auf 15,60 CHF gesenkt. Demgegenüber zeigten sich Julius Bär (-0,4%) und GAM (-0,1%) resistenter.


Im Assekuranzsektor verlieren Swiss Life (-1,2%) weiter. Die Titel werden bei der Indexrevision noch in diesem Monat aus dem SMI ausscheiden. ZFS (-0,6%) und Swiss Re (-0,6%) geben ebenfalls überdurchschnittlich nach.


Unter den Zyklikern fallen Petroplus (-1,6%) durch grössere Verluste auf. Auch Logitech (-1,0%) und ABB (-0,9%) geben deutlich nach. Etwas besser weg kommen u.a. die Luxusgütervaloren Richemont (-0,8%) und vor allem Swatch (-0,2%).


Des Weiteren prägen einige Sonderfaktoren teils die Kursentwicklung bei konjunktursensitiven Valoren. So würden Holcim (+0,5% auf 73,40) von einer Kurszielerhöhung durch Citigroup auf 80 CHF profitieren, hiess es im Handel. Clariant (+0,2% auf 13,56 CHF) legen ebenfalls zu.


Lonza (+0,3%) führt eine neue Plattform zur Verbesserung biologischer Entwicklungen ein, was allerdings kursneutral zu werten ist. In Syngenta (+0,1%) würden Bestrebungen innerhalb der EU zur Erleichterung des Anbaus gentechnologisch veränderten Saatguts positiv stimmen, so Händler.


Unter den defensiven Valoren fallen Novartis (+1,0%) durch die kräftigsten Gewinne auf und stützen den Markt massgeblich. In diesem Titl würden sich die Anleger im Hinblick auf die heute erwartete Zulassungsempfehlung für das MS-Medikament Gilenia durch den FDA-Ausschuss positioniernen, so Händler. Die beiden anderen Indexschwergewichte Roche (-0,2%) und vor allem Nestlé (-0,5% auf 53,95 CHF) belasten den Index hingegen. Swisscom (+0,1%) legen minim zu.


Aus dem breiten Markt kommen mehr News. So vermeldet Tecan (+1,2%) eine OEM-Vereinbarung mit Novartis, allerdings ohne finanzielle Details bekannt zu geben.


Bei Genolier Swiss Medical Networks (GSNM; +4,5%) wurde an einer wohl turbulenten Generalversammlung Verwaltungsratspräsident Raymond Loretan und VR-Mitglied Antoine Kohler abgewählt. Zudem wurde danach das bisherige Management ausgewechselt. Die GSMN-Aktie ist gestern Mittwoch vom Handel ausgesetzt worden.


Die Beteiligungsfirma New Value (+2,1%) meldete mit 10,0 Mio CHF einen doppelt so hohen Jahresgewinn wie vorausgesagt und will zudem ein Aktienrückkaufprogramm von der GV prüfen lassen. Und schliesslich gibt sich das Management des Pharma-Unternehmens Newron (+7,2%) weiterhin überzeugt vom Potenzial des Produktkandidaten Safinamide bei Parkinson-Patienten.


Hingegen leiden Barry Callebaut (-2,1% auf 696 CHF) wurden von der UBS auf «Neutral» mit Kursziel 750 CHF zurückgenommen. Im übrigen verlieren die demnächst in den SMI einziehenden Transocean (-6,9%) weiter. Das US-Justizministerium hatte Zweifel geäussert, dass BP und Transocean ausreichend Mittel haben, um für die Kosten der Ölkatastrophe aufzukommen. (awp/mc/ps/09)

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