CH-Eröffnung: Leicht tiefer – Vorgaben aus USA belasten

Händlern zufolge gibt es Gerüchte am Markt, wonach die Fed die Zinsen noch vor Ende des Jahres anheben könnte. Allein diese Spekulation könne die Aktienmärkte belasten. Zudem sei die Risikoaffinität der Anleger wieder deutlich gesunken und Vorsicht bestimme die Aktivitäten der Investoren. Neue Impulse könnte der Markt von den für anstehenden Konjunkturzahlen aus der Eurozone und den USA erhalten.


Der Swiss Market Index verliert am Donnerstag gegen 09.25 Uhr 0,49% auf 5’416,64 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst derweil 0,60% auf 809,19 Zähler ein und der breite Gesamtmarkt (SPI) um 0,39% auf 4’665,70 Punkte.


Swiss Life (-3,3%) verzeichnen im frühen Handel die stärksten Abgaben im SMI/SLI. Belastet wird der Titel von einer Rückstufung durch Merrill Lynch auf Underperform. Die Analysten verweisen dabei auf unrealistische Markterwatung über die Geschwindigkeit einer Erholung des Titels. Diese seien viel zu optimistisch, so das Fazit. Die weiteren Versicherer ZFS (-0,8%), Bâloise (-0,1%) und Swiss Re (-1,0%) stehen ebenfalls im Minus.


Deutliche Abgaben verzeichnen auch die Bankaktien. Vor allem UBS (-2,8%) und Julius Bär (-1,2%) notieren mit überdurchschnittlichen Verlusten. Credit Suisse (-1,0%) sind ebenfalls im Minus. Credit Suisse Schweiz-CEO Hans-Ulrich Meister hält eine Aufspaltung der Grossbanken für nicht realisierbar, wie er in einem Interview sagte. Im heutigen System sei es nicht möglich, einen Teil der Bank in Konkurs gehen zu lassen, ohne dass dies auf die Muttergesellschaft zurückfiele.


Roche (-0,3%) und Novartis (-0,9%) notieren beide leichter. Die Generika-Sparte Sandoz von Novartis hat vorbörslich über die Zulassung für das Biosimilar Somatropin in Japan informiert. Somatropin ist unter dem Markennamen Omnitrope bereits in der EU, den USA und Australien zugelassen. Auch gab es positive Phase-II-Daten zu Afinitor und Sandostatin.


Swisscom verlieren 0,5%. Die Analysten von Goldman Sachs haben das Kursziel für die Titel gesenkt. Medienberichten zufolge übernimmt der Telekomkonzern einen SAP-Dienstleister mit rund 100 Mitarbeitenden. Mit der Übernahme stosse Swisscom mit einem Schlag in die Liga der grossen SAP-Partner vor und verschaffe sich Zugang zu einer Vielzahl von Kunden aus der Fertigungsindustrie, heisst es.


Als leichte Stütze erweisen sich derzeit die Valoren von Nestlé (+0,7%), die sich damit an die Spitze von SMI/SLI halten. Leichte Aufschläge verzeichnen auch Kühne+Nagel (+0,2%), die damit von einer Kurszielerhöhung durch ING profitieren.


Im breiten Markt hat Barry Callebaut (Aktie: +1,9%) Umsatzzahlen für die ersten neuen Monate des laufenden Geschäftsjahres 2008/09 publiziert. Mit den vorgelegten Zahlen hat der Schokoladenhersteller die Konsensschätzungen leicht übertroffen. Zudem wurden die Finanzziele bestätigt.


Sulzer (+0,6%) gab die Übernahme von SAB Technical Services in Indien für rund 6,3 Mio CHF bekannt. Der Preis ist allerdings von der künftigen Geschäftsentwicklung abhängig. Mit der Akquisition weite die Division Chemtech die geografische Präsenz als Spezialist für die Vor-Ort-Wartung von Trennkolonnen (Tower Field Services) aus, so Sulzer. (awp/mc/ps/12)

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