CH-Eröffnung: Schwacher Start – Holcim und Banken unter Druck

Aus dem späten US-Geschäft gebe es keine verwertbaren Vorgaben, sagten Händler. Denn im Vergleich zum Europaschluss hätten sich die US-Indizes nicht bewegt. Nun richte sich das Augenmerk auf die am Nachmittag anstehenden Wirtschaftsdaten aus den USA; diese könnten nach Einschätzung von Händlern den Markt in die eine oder andere Richtung bewegen. In der Schweiz steht nach Zahlen der weltgrösste Zementkonzern Holcim im Fokus, der seine Prognose für das laufende Jahr senken musste.


Bis um 09.35 Uhr sinkt der SMI 1,43% respektive 101,66 Stellen auf 6’998,66 Punkte und somit wieder unter die psychologisch wichtige Schwelle bei 7’000 Punkten. Der 30 Titel umfassende und gekappte SLI verliert 1,41% auf 1’039,26 Stellen und der breite SPI 1,20% auf 5’868,27 Punkte. Im SMI haben sich Holcim (-3,1% auf 74,65 CHF) die rote Laterne geschnappt. Der Zementkonzern vermochte zwar mit seinen Halbjahreszahlen die an ihn gestellten Erwartungen knapp zu erfüllen, musste jedoch für das Gesamtjahr den Gewinnausblick senken. Holcim habe an unterschiedlichen Fronten zu kämpfen, kommentieren Analysten.


Die Finanzkrise lässt sich nicht abzuschütteln. Vor allem die negativen Nachrichten um die US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sowie um Lehman Brothers sorgten auch bei UBS (-2,6% auf 21,26 CHF) und CS (-2,7% auf 48,66 CHF) für Verkaufsneigungen. Julius Bär gehen um 1,5% auf 64,05 CHF zurück. Bei den Versicherern verlieren ZFS 1,6% auf 271,50 CHF und Swiss Re 2,0% auf 65 CHF. Nach einem starken Vortag werden in Swatch (-1,6% auf 251 CHF) und Richemont (-2,1% auf 60,95 CHF) Gewinne mitgenommen.


Ciba verlieren um 2,2% auf 25,36 CHF. Nach dem am Dienstag gezeigten Halbjahreszahlen ist Marktteilnehmern zufolge einigen Grossinvestoren der Geduldsfaden gerissen. Diese verkauften nun ihre Bestände, hiess es. Zudem hat heute Merrill Lynch sein Kursziel für den Titel gesenkt und seine Verkaufsempfehlung beibehalten. Die Index-Schwergewichte Roche (-1,2% auf 183,30 CHF), Novartis (-0,7% auf 60,55 CHF) und Nestlé (-1,3% auf 48,54 CHF) können sich in nur sehr bedingtem Masse dem Trend entziehen.


Als einziger Blue Chip zeigen sich Syngenta (-0,2% auf 281,50 CHF) an der Grenze zur Gewinnzone. Marktteilnehmer verweisen auf die starke Performance der Monsanto-Titel, die gestern um 4,6% zulegten. Im breiten Markt steigen Arpida um 4,1%, nachdem das Unternehmen einen Zulassungsantrag für das Medikament Iclaprim bei den die europäischen Behörden eingereicht hat. Damit ist das erste Medikament des Unternehmens derzeit in den USA und in Europa in Zulassungsprüfungen. Die Titel des Finanzdienstleisters VZ Holding ermässigen sich nach Zahlen um 2,1%. Das Unternehmen konnte die Erwartungen nicht ganz erfüllen und stellte sein eigenes Wachstumsziel in Frage.


Auch die Zahlen von Coltene sehen laut Händlern «nicht ganz so toll» aus, die Titel stehen unverändert bei 73 CHF. Dagegen konnte der Reisekonzern Kuoni überzeugen und sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Vorgaben der Analysten übertreffen. Als etwas enttäuschend und wohl als Hauptgrund für das negative Vorzeichen bei den Kuoni-Aktien (-0,9%) wird indes der eher schwache aktuelle Buchungsstand genannt. (awp/mc/ps/15)

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