CH-Eröffnung: Sehr volatiler Handel – dank den Banken im Plus

Offensichtlich habe sich die Überzeugung durchgesetzt, die Gründe für den gestrigen Einbruch des Nikkei seien ein spezifisch japanisches Problem. Der Nikkei hat am Freitag 5,4% verloren und damit den grössten Eintagesverlust seit sieben Jahren verbucht.


Gestützt wird der hiesige Börsenplatz von den Bankenwerten, welche gestern an Wall Street die Erholung angeführt hatten. Die Sorgen um die Kreditkrise seien noch lange nicht vom Tisch, hiess es aber. Der weitere Handelsverlauf hänge einmal mehr vom Handelsstart in den USA ab, doch würde es nicht überraschen, wenn sich mit Blick auf das handelsfreie Wochenende wie Gewinnmitnahmen einsetzen würden.


Der SMI gewinnt bis um 9.30 Uhr 30,27 Punkte oder 0,36% auf 8’452,55 Stellen. Der 30 Titel umfassende SLI steigt 0,25% auf 1’269,76 Punkte und der breiter gefasste SPI gewinnt 19,38 Zähler oder 0,28% auf 6’869,45 Punkte.


Bei den Blue Chips profitieren die Grossbankenaktien von den US-Vorgaben. Banken hatten an Wall Street im Schnitt um 4,7% zugelegt. UBS steigen in der Folge um 1,7% auf 62,85 CHF, Credit Suisse rücken um 2,5% auf 79,05 CHF vor. Die deutliche Intraday-Umkehrbewegung in den USA habe viele Marktteilnehmer in Zugzwang gebracht, hiess es.


Die Versicherer sehen bei ZFS ein Plus von 1,4% auf 327,50 CHF. Nach dem Kursrutsch vom Vortag sorgten die Quartalszahlen nun doch für eine positive Kursreaktion, hiess es. Swiss Re rücken um 0,7% auf 96,95 CHF vor.


Ciba (-2,4% auf 61,75 CHF) werden hingegen auch heute für den ‹bescheidenen› Quartalsausweis vom Vortag bestraft. Abgaben sehen auch weitere Zykliker wie ABB (-1% auf 25,50 CHF) und Holcim (-0,4% auf 114,30 CHF). Hier könnte die nachlassende Konjunkturdynamik ihre Spuren hinterlassen, sagten Händler.


Nobel Biocare (-0,4% auf 300,75 CHF) erholen sich (noch) nicht von den gestrigen Abgaben von über 6%. Die Reaktion auf den verlorenen Patentrechtsstreit wird von Analysten aber als übertrieben erachtet.


Die defensiven Schwergewichte Roche (-0,2% auf 204,90 CHF), Nestlé (+0,7% auf 484,25 CHF) und Novartis (-0,5% auf 62,45 CHF) können sich auf keine einheitliche Richtung einigen.


Im Breiten Markt steigen Bachem um 1,8%. Das Biotechunternehmen hatte mit Zahlen deutlich über den Erwartungen überrascht und seine Guidance für das laufende Jahr erhöht. StarrakHeckert (+1,5%) profitieren ebenfalls von starken Halbjahreszahlen.


Von Roll sinken dagegen um 4,3%. Das Industrieunternehmen hatte am Vorabend die Ernennung des ehemaligen OC Oerlikon-CEO Thomas Limberger zum neuen CEO und Verwaltungsratspräsidenten bekannt gegeben. Von Roll-Vizepräsident wird Guido Egli. (awp/mc/ab)

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