CH-Eröffnung: Verluste – Finanzwerte drücken auf Stimmung

Vielmehr belasten die sehr schwachen Finanzwerte das Sentiment an der Börse. Im Finanzsektor hatte eigentlich vieles auf einen freundlichen Wochenstart hingewiesen. So hat sich das Geschäft der CS und der Deutsche Bank eigenen Aussagen zufolge im laufenden Jahr gut entwickelt. Weiter wurden die Wechsel in den Verwaltungsräten der Swiss Re und der Credit Suisse im vorbörslichen Handel zunächst gut aufgenommen. Allerdings gibt es zur Ernennung von Walter Kielholz zum neuen Präsidenten der Swiss Re mehrheitlich kritische Stimmen. Für den Sektor belastend wirkt aber vorallem die erhöhte Staatsbeteiligung der britischen Regierung an der Bankengruppe Lloyds.


Bis um 09.45 Uhr büsst der SMI um 17,79 Punkte oder 0,41% auf 4’293,82 Punkte ein. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI notiert mit -0,51% auf 601,69 Punkten und der SPI mit -0,36% auf 3’612,45 Punkten.


Am Tabellenende haben sich die Grossbankentitel der CS (-2,5% auf 23,36 CHF) und der UBS (-2,9% auf 8,79 CHF) eingefunden. Danach folgen die Versicherer ZFS (-1,4% auf 129,10 CHF), Bâloise (-1,7% auf 55,00 CHF), Swiss Life (-3,6% auf 50,00 CHF) und Swiss Re (-1,1% auf 12,24 CHF).


Die Schwäche bei Finanzwerten führen Händler auf die Erhöhung des Staatsbeteiligung an Lloyds zurück. Die Regierung werde ihren Anteil von 43 auf 65% aufstocken, teilte das Finanzministerium am Samstag in London mit. Zusammen mit nicht stimmberechtigten Aktien steigt der Anteil sogar auf 77%. Ausserdem dürfte auch die mögliche Kapitalerhöhung bei der Commerzbank den Sektor belasten.


In der Schweiz sorgte Walter Kielholz für Schlagzeilen. Er übernimmt das Präsidium beim Rückversicherer Swiss Re, während er diese Funktion bei der Credit Suisse (CS) abgeben wird. In ersten Kommentaren wird die Rochade unterschiedlich beurteilt. Schliesslich hatte die Öffentlichkeit in den vergangenen Wochen verstärkt auch den Rücktritt von Kielholz gefordert. Die Vorschläge für den Swiss Re-VR dürften kaum im Sinne der Investoren und Kunden sein, so ein Marktbeobachter. Ein Bruch mit der Vergangenheit scheine so kaum möglich, was bereits bei einer anderen grossen CH-Unternehmung nicht zum gewünschten Erfolg führte.


Auf der Gegenseite steigen Roche um 0,4% auf 129,30 CHF nachdem das Kaufangebot für die US-Tochter Genentech auf 93 USD je Titel von zuvor 86,50 USD erhöht hat. Im Markt wird die Nachbesserung der Offerte nicht als Überraschung gewertet und als erfolgsversprechend beurteilt. Der Genentech-VR, der sich zuvor gegen die Übernahme gestellt hat, will das neue Angebot überprüfen und erst im Anschluss daran eine Empfehlung abgeben.


Noch deutlicher als Roche gewinnen OC Oerlikon (+2,4% auf 32,02 CHF). Die Titel würden von Aussagen der Hauptaktionärin Renova, die auch an Sulzer (+7,8%) beteiligt ist, profitieren. Die Beteuerungen von Renova, keine beherrschende Stellung bei Sulzer erlangen zu wollen, dürften die Investoren etwas beruhigen, hiess es. Eine bereits viel diskutierte und sehr umstrittene Fusion mit OC Oerlikon rücke damit wieder etwas weiter weg. Bei Sulzer stützt zudem die Aussage von Ex ABB-Chef Jürgen Dormann, dass er das Verwaltungsratspräsidium auf Wunsch übernehmen würde.


Im breiten Markt haben Aryzta (+5,0%) und Mikron (unv.) über den Geschäftsverlauf berichtet. Die aus Hiestand und der irischen IAWS neu geschaffene Aryzta hat den pro forma-Umsatz um knapp 16% und den Gewinn um gut 15% gesteigert. Mikron ist dagegen deutlich in die Verlustzone gerutscht. (awp/mc/ps/13)

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