CH-Mittag: Gewinne bröckeln – Givaudan schwach

«Der Mut zu Käufen fehlt im Moment einfach.» Entsprechend dünn seien auch die gehandelten Volumina. Frische Impulse würden im weiteren Verlauf des Handelstages allenfalls noch von den am Nachmittag anstehenden monatlichen US-Arbeitsmarkdaten erwartet, so der Händler.


Die Bankenwerte bekommen die durch die Krise am US-Hypothekenmarkt ausgelöste Verunsicherung weiterhin zu spüren. So sind beispielsweise UBS nach einem positiven Start ins Minus abgerutscht und bremsen den Markt.


Der SMI steht um 11.35 Uhr 0,07% oder 5,81 Punkte höher auf 8’781,49 Punkten, der 30 Titel umfassende SLI notiert noch 0,06% im Plus auf 1’350,21 Zählern. Der breiter gefasste SPI steigt 9,6 Punkte oder 0,13% auf einen Stand von 7’199,84 Stellen.


Auf der Verliererseite tendieren weiterhin Givaudan mit Abgaben von 2,3% auf 1’101 CHF. Der Platz am Tabellenende wird ihnen von Swiss Life (-2,2% oder 6,5 CHF auf 287,25 CHF) streitig gemacht, die allerdings Ex-Nennwert von 7,00 CHF gehandelt werden.


Die Kommentare zu den vom Aroma- und Riechstoffhersteller Givaudan gezeigten Halbjahresresultaten reichen von ’schlecht› bis ‹durchzogen›, allgemein seien sie ’schwer interpretierbar›, lautet der Tenor. Der Umsatz traf die Erwartungen, aufgrund der Integrationskosten im Zusammenhang mit der Übernahme der britischen Quest lagen die Gewinnzahlen aber klar unter Marktschätzung. Auch bezüglich Ausblick zeigt sich Givaudan etwas vorsichtiger als bisher.


Unverändert schwach positioniert sind auch die Chemiewerte von Clariant (-1,7% auf 17,50 CHF), deren Kursziel von der Citigroup und von Vontobel im Nachgang an die gestrigen Halbjahreszahlen gesenkt worden war.


Die Bankenwerte konnten mit Ausnahme der CS (+1,0% auf 81,40 CHF) ihre anfänglichen Gewinne nicht halten. Der CS-Kurs wird allerdings von einer Rating- und zwei Kurszielerhöhungen unterstützt. Schwergewicht UBS (-0,2% auf 66,40 CHF) ist mittlerweile in die Verlustzone abgerutscht, Julius Bär tendieren (+0,1% auf 81,40 CHF) nach einem Ausflug ins Minus wieder knapp im Plus.


Auch die Pharmaaktien von Novartis (-0,1% auf 64,80 CHF) zählen inzwischen zu den Verlierern. Der Roche-‹Bon› (-0,7% auf 211,70 CHF) hat im Laufe des Vormittags weiter an Boden verloren, nachdem die japanische Tochtergesellschaft Chugai ihr Leukämie-Medikament ‹VesanoidCapsule› in Japan zurückgerufen hat.


Gekauft werden dagegen Titel wie SGS (+0,8% auf 1’472 CHF), die nach einer Ratinganhebung durch die Citigroup auf ‹Buy› von ‹Hold› zulegen. Klar fester gehen auch ABB (+1,1% auf 28,90 CHF) oder Swatch N (+0,9% auf 360,00 CHF) um.


Am breiten Markt klettern Belimo nach grösstenteils erwartungsgemäss ausgefallenen Halbjahreszahlen um 0,6%. Für das zweite Halbjahr rechnet Finanzchef Beat Trutmann mit einem Wachstum von 15 bis 16%, wie er gegenüber AWP sagte.


Für Petroplus (+1,4%) haben zahlreiche Banken ihre Kursziele hochgenommen, Lehman Bros bewertet den Titel zudem neu mit ‹Overweight (‹Equalweight›). Zulegen können daneben Ci Com (+7,3%), Metraux (+5,0%) oder Von Roll (+3,6%), während Lenzerheide Bergbahnen (-5,3%), Card Guard (-4,8%), SHL (-3,7%) oder Tamedia (-3,6%) nachgeben. (awp/mc/ab)

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