CH-Mittag: Verluste abgebaut – Banken sehr schwach

Hierzulande werde die Entwicklung der Wall Street nachvollzogen, die am Montag nach Europaschluss die höheren Kurse aus der ersten Sitzungshälfte nicht über den Tag retten konnten.


Belastet wird der Schweizer Aktienmarkt durch starke Abgaben bei den Valoren der Grossbank UBS. Die Krise am US-Markt für Hypotheken werfe nach wie vor ihren Schatten auf die Finanzmärkte – das Ende sei noch nicht absehbar. Zuletzt musste ein Hedgefonds der US-Investmentbank Goldman Sachs mit einer Finanzspritze von 3 Mrd USD alimentiert werden.


Der SMI schwächt sich bis Mittag um 44,08 Punkte oder 0,51% auf 8’643,37 Einheiten ab. Der 30 Titel umfassende SLI büsst 0,12% auf 1’320,57 Stellen ein und der breiter gefasste SPI sinkt um 33,64 Punkte oder 0,47% auf 7’062,82 Zähler.


Bei den Blue Chips sacken UBS trotz ’starker› Quartalszahlen um 3,4% auf 63,80 CHF ab. Die im Vorfeld gehegten Vorbehalte hätten sich glücklicherweise nicht bestätigt, hiess es im Handel. Doch die Investoren richteten ihre Aufmerksamkeit vielmehr auf die Zukunft, welche einen verhaltenen Ausblick für die zweite Jahreshälfte bereithielt.


Einige Marktteilnehmern interpretierten den vorsichtigen Ausblick gar als Gewinnwarnung für das Gesamtjahr, hiess es. Im Sog der UBS sinken Credit Suisse um 1,8% auf 81,15 CHF, wogegen sich Julius Bär (+2,1% auf 79,55 CHF) deutlich von den jüngsten Kursrücksetzern erholen.


Die Versicherer sehen bei ZFS einen Abschlag von 0,7% auf 335,75 CHF und bei Swiss Life von 0,3% auf 276,75 CHF.


Mehr als eine Woche früher als angekündigt legte der Uhrenkonzern Swatch seine Halbjahreszahlen vor. Die Entwicklung der Betriebsgewinnmarge und des Reingewinns werden einhellig als sehr stark eingeschätzt – die EBIT-Marge stieg um imposante 160 Basispunkte. Auch im Juli und im August brummte das Geschäft weiter. In der Folge setzen sich die beiden Swatch-Valoren einsam an die Spitze des SMI-Tableaus. Die Inhaberaktie gewinnt 4% auf 353,75 CHF, die Namenaktie 3,8% auf 67,60 CHF.


Die defensiven Schwergewichte tendieren unauffällig. Roche (+0,1% auf 209,80 CHF) und Nestlé (+0,1% auf 455,25 CHF) notieren leicht höher, während Novartis 0,5% auf 64,80 CHF preisgeben. Höher stehen die Chemiewerte Clariant (+0,9% auf 16,45 CHF), Syngenta (+0,5% auf 225,60 CHF) und Lonza (+0,9% auf 112,40 CHF).


Am Breiten Markt rücken die Titel des Industrieunternehmens Von Roll 12,2% vor und machen damit die Verluste des Vortags mehr als wett. Die Investoren reagieren somit positiv auf die ausserordentliche Generalversammlung am Vortag, bei der die Familie von Finck die Mehrheit im Verwaltungsrat übernommen hat.


Der Drehmotoren-Hersteller Tornos (+4,1%) hat seinen Reingewinn mehr als verdreifacht und das Logistikunternehmen Kardex (+1,9%) hat die Wende geschafft und im ersten Halbjahr 2007 wieder schwarze Zahlen geschrieben.


Eher enttäuscht wurden die Anleger hingegen vom Laborausrüster Tecan (Aktie: -1,9%). (awp/mc/gh)

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