CH-Mittag: Verluste auf breiter Front – Banken und Zykliker schwach

Die defensiven Pharmawerte, die dem Markt zuletzt eine Stütze waren, haben inzwischen auch nach unten gedreht. Mit Blick auf die Konjunktur dürfte sich das Interesse auf die US-Verbraucherpreise und das Beige Book der US-Notenbank zur US-Wirtschaftslage konzentrieren. Schwache Wirtschaftsdaten dürften die Spekulationen auf eine vorgezogene Zinssenkung in den USA befeuern, meinen Händler. Impulse erwarten Händler auch vom Quartalsbericht der Investmentbank J.P. Morgan und der US-Bank Wells Fargo.


Das Blue Chips Barometer SMI steht um 11.50 Uhr 159,50 Punkte bzw. 2,00% tiefer auf 7`814,42 Zählern. Nachdem mit dem Fall unter die Marke von 8`000 Punkte die Novembertiefstwerte unterschritten wurden, bleibe das Momentum auch aus technischer Sicht negativ. Der Weg bis zur nächsten Unterstützung bei 7`200 Punkten sei nun offen. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) gibt derweil 2,00% auf 1`179,07 Punkte ab, der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,99% auf 6`334,39 Stellen.


Die Grossbankenaktien UBS (-4,0% auf 46,24 CHF) und CS (-6,5% auf 58,25 CHF) leiden wie schon am Vortag unter den Hiobsbotschaften der amerikanischen Konkurrenz. Die Anzeichen mehrten sich, dass sich die Kreditkrise nun auch auf Konsumkredite ausweitet. Die Nervosität um die Finanzwerte bleibe vorläufig gross, zumal im Laufe des Tages die US-Banken wie JP Morgan und Wells Fargo ihre Bilanzen präsentieren werden.


Die Aktien der Vermögensverwalterin Julius Bär (-0,4% auf 79,20 CHF) finden sich hingegen bei den besten Titeln in SMI wieder.


Die Rezessionsängste spiegeln sich in den Abgaben konjunkturabhängiger Werte wie Clariant (-5,5% auf 8,18 CHF), Richemont (-4,8% auf 60,85 CHF), Swatch (-5,3% auf 258,25 CHF), ABB (-4,1% auf 26,44 CHF), Holcim (-3,1% auf 106,40 CHF). Adecco (-1,2% auf 54,10 CHF) halten sich besser. Der Personaldienstleister hält laut seinem CEO Dieter Scheiff trotz dem seit nunmehr zwölf Monaten rückläufigen Zeitarbeitsmarkt in den USA an den Mittelfristzielen fest.


Besser im Markt liegen auch die als defensiv geltenden Sektoren Pharma und Nahrungsmittel, wobei auch hier die Kurse mittlerweile etwas abbröckeln. Roche sinken 0,6% auf 197 CHF, Novartis 0,8% auf 61,25 CHF und Nestlé 0,6% auf 477,75 CHF.


Aus dem SLI hat der Warenprüfkonzern SGS (+6% auf 1`290 CHF) sein Jahresergebnis vorgelegt. Die Zahlen lagen mehr oder in oder knapp über den Erwartungen; der Konzern hat zudem eine deutlich höhere Dividende angekündigt.


Im breiten Markt werden die Aktien der kleinen Pharmagesellschaften Arpida (-6,2%) oder Addex (-8,3%) verkauft; Speedel (-3,7%) stehen nicht viel nach. Bei den Technologiewerten belasten die negativ aufgenommenen Quartalszahlen von Intel Titel wie Meyer Burger (-8,7%), Micronas (-8,4%) ADB (-7,7%), Inficon (-6,5%), Kudelski (-4,7%). (awp/mc/ab)

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