CH-Mittag: Verluste auf über 2% ausgeweitet – neues Jahrestief

«Momentan befinden wir uns im freien Fall», sagte ein Händler in Zürich. Allerdings seien die Volumina nicht allzu hoch, weshalb die Situation auch nicht zu dramatisieren sei.Vieles laufe über die Futures, am Kassamarkt selber gehe wenig. Die Investoren hielten sich angesichts der grossen Unsicherheiten um die Kreditmärkte vorerst zurück und würden abwarten, wohin die Reise noch führen werde.


Der SMI gibt bis um 12.00 Uhr 204,46 Punkte oder 2,36% auf 8`457,13 Stellen ab, das neue Jahrestief wurde gegen Mittag bei 8`418 Punkten erreicht. Der 30 Titel umfassende SLI verliert 2,70% auf 1`276,17 Zähler, der breitere SPI 178,63 Punkte oder 2,53% auf 6`882,68 Stellen.


Ciba SC (-8,0% auf 63,50 CHF) liegen noch immer am Tabellenende des SMI, haben aber wie die meisten Aktien die Abgaben noch ausgeweitet. Die Zweitquartalszahlen von Ciba blieben – ähnlich wie schon im Vorquartal – hinter den Konsensschätzungen zurück, weil die Kombination einer Verlangsamung beim Volumenwachstum mit einem schwachen Preisumfeld Spuren im Ergebnis hinterlassen hat. Die Analysten zeigen sich enttäuscht.


Die Aktien des zweiten Unternehmens mit Semesterzahlen, ZFS (-2,2% auf 318 CHF), halten sich in etwa durchschnittlich. Der Versicherer lag mit seinen Halbjahreszahlen auf Ebene des Reingewinns über den Erwartungen. Schlechter als erhofft fiel hingegen die Combined Ratio aus. Die Analysten sprachen von soliden bis guten Halbjahreszahlen, welche allerdings teilweise von Einmaleffekten begünstigt gewesen seien.


Neben Ciba werden ABB (-5,1% auf 25,90 CHF), Adecco (-3,9% auf 75,75 CHF), Holcim (-3,7% auf 114,20 CHF) nach einer Rückstufung durch JP Morgan sowie Richemont (-3,7% auf 70,60 CHF) nach unten gedrückt.


Die drei Banken oder auch Novartis entwickeln sich mehr oder weniger wie der Gesamtmarkt. Auch Nestlé (-2,3% auf 483 CHF) sind im Mittelfeld zu finden, nachdem der Titel am Vortag im Anschluss an hervorragend aufgenommene Semesterzahlen noch als absoluter Tagessieger aus dem Rennen gegangen ist. Mit einem Minus von je 0,8% geben derzeit Roche und Swisscom am wenigsten Boden preis.


Im breiten Markt fallen Schmolz+Bickenbach nach guten Halbjahreszahlen um 2,7% zurück. Das Ergebnis sei ausgezeichnet und habe die Erwartungen klar übertroffen, hiess es in Börsenkreisen. Siegfried verlieren dagegen lediglich 1,1%, obwohl deren Halbjahreszahlen als eher enttäuschend bezeichnet wurden.


SHL fallen mit einem Minus von 12,8% auf. Der Titel setzt damit seinen leichten Abwärts- bzw. Konsolidierungstrend fort. Zuvor hatte sich die Aktie von rund 5 CHF im vergangenen April auf einen im Juli erreichten Höchststand von 12,10 CHF wertmässig mehr als verdoppelt.


Auch der bisherige absolute Highflyer 2007, Meyer Burger, befindet sich auf Konsolidierungskurs. Derzeit steht die Aktie 17,0% tiefer bei 162,60 CHF. Der Höchstkurs im Juli hatte noch bei 247,50 CHF gelegen. Meyer Burger notieren aber immer noch um rund 180% über dem Schlussstand von Ende 2006.


Esmertec haben innert weniger Minuten rund 40% an Wert verloren, ehe der Titel nach einem Handelsstop wieder Kurs Richtung Norden nahm. Momentan steht die Aktie bei 7,20 CHF, was einem Minus von 16,2% entspricht. Von Unternehmensseite vermochte sich niemand einen Reim auf die sprunghafte Entwicklung zu machen. (awp/mc/ab)

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