CH-Schluss: Dank guter US-Daten ins Plus gedreht

Auch die Daten zu den Bauausgaben und den Hausverkäufen hätten den Markt zuversichtlich gestimmt. Beim ISM seien insbesondere die Subkomponenten Beschäftigung und Produktion positiv aufgefallen. In Analystenkreisen wird dies als Hinweis gewertet, dass sich auch der US-Arbeitsmarkt rascher und durchgreifender stabilisiert als bislang angenommen. Bei einer an sich freundlichen Grundstimmung wurden die Schweizer Dividendenpapiere jedoch von den schwachen Pharma- und Versicherungswerten zurückgebunden.


Der SMI schloss am Montag 0,09% höher auf 6’291,22 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,05% auf 947,33 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,02% auf 5’403,60 Punkte.


Bei den Blue Chips gelang insbesondere den Aktien von Adecco (+1,3%) am späten Nachmittag der Vorstoss in positives Kursterrain. Als treibende Kraft hinter den Kursavancen wurde im Handel der überraschend solide ISM Index für die USA genannt, beziehungsweise die starke Verbesserung des für Adecco wichtigen Subindex für die Beschäftigungslage.


Deutliche Avancen erfuhren auch andere zyklische Aktien wie Logitech (+1,6%), Petroplus (+1,3%), ABB (+0,7%) oder Holcim (+1,1%).


Der Weg nach oben wurde allerdings von den schwachen Pharmaschwergewichten Roche (-1,3%) und Novartis (-0,2%) versperrt. Die Titel seien zuletzt gut gelaufen, hiess es. Aus der Branche gewannen einzig Actelion (+0,4%). Die UBS hat das Rating auf «Neutral» von zuvor «Sell» hochgestuft.


Deutliche Abschläge sahen bei den Blue Chips auch die Aktien der Versicherer Swiss Life (-1,3%) und ZFS (-1,3%). Swiss Re (+0,9%) notierten am Vortag der Ergebnispublikation lange am Tabellenende der Blue Chips, Marktteilnehmer kolportierten eine bevorstehende Gewinnwarnung. Das Sentiment für die Branche wurde zudem von den Überlegungen der EU-Kommission belastet, ähnlich wie bei den Banken einen Stresstest durchzuführen.


Die Banken schüttelten ihre frühen Verluste mehrheitlich ab; vor allem der Insolvenzantrag des US-Mittelstandsfinanzierers CIT habe am Morgen belastet, hiess es. In der Endabrechnung gewannen Credit Suisse 0,6% und UBS 0,3%. Julius Bär büssten hingegen 1,6% ein, obwohl die Citigroup die Titel mit «Buy» in ihr Ratinguniversum aufgenommen hat. Die Analysten von Merrill Lynch haben das Bär-Kursziel aber gesenkt. Vor allem ausländische Investoren hätten ihre im Zuge der Unternehmensaufspaltung aufgelaufenen Gewinne vermehrt mitgenommen, hiess es im Handel.


Zur Schwäche neigten auch Richemont (-0,6%). CEO Norbert Platt geht davon aus, dass der US-Markt noch mehrere Jahre als wichtiger Markt ausfallen wird, wie er der Wochenendpresse sagte.


Nestlé verliehen dem SMI mit einem Plus von 1,0% Stabilität. Nestlé-CEO Paul Bulcke hält Presseberichten zufolge Preiserhöhungen nicht mehr für notwendig. Die langfristige Strategie bezeichnet er als weiterhin gut.


Im breiten Markt standen die Aktien des Baukonzerns Implenia im Fokus, nachdem die österreichische Strabag sein Interesse am Unternehmen angemeldet hat. Der ungeliebte Implenia-Grossaktionär Laxey hat den Verkauf seiner rund 50%igen Beteiligung in Auftrag gegeben. Dieser komme gut voran, hiess es. Derzeit seien für 70 bis 80% der fraglichen Anteile Investoren gefunden worden.


Cham Paper gaben um 1,5% auf 173,4 CHF nach. Die Buru Holding hat ein Pflichtangebot zu exakt diesem Preis unterbreitet.


Bachem (-4,3%) standen zu Wochenbeginn ebenfalls unter Druck. Die überraschende Gewinnwarnung des Mitbewerbers Lonza in der Vorwoche deute auf strukturelle Veränderungen in den Absatzmärkten hin, hiess es im Handel. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass auch Bachem mit Auftragsannullationen oder zumindest mit Verzögerungen zu kämpfen habe. (awp/mc/ps/30)

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