CH-Schluss: Deutliche Verluste – UBS und CS sehr schwach

Marktteilnehmer erachten die Krise am US-Hypothekenmarkt für noch nicht ausgestanden, worunter die im allgemeinen Finanzwerte leiden. Es hiess zwar, die Lage an den internationalen Finanzmärkten habe sich mittlerweile etwas entspannt. In den USA sprachen Händler aber von einem nach wie vor nervösen Geschehen.


Der SMI stand bei Börsenschluss um 17.30 Uhr 138,12 Punkte oder 1,59% tiefer auf 8’549,33 Stellen. Der 30 Titel umfassende SLI verlor 1,3% auf 1’305,45 Stellen und der breiter gefasste SPI 1,46% auf 6’992,60 Zähler.


Von den Blue Chips trugen UBS trotz über Erwartung liegender Quartalszahlen mit minus 3,9% auf 63,50 CHF das Schlusslicht. Kritisiert wurde am Markt insbesondere der verhaltene Ausblick auf das Gesamtjahr. Dieser sei von einigen Marktteilnehmern gar als Gewinnwarnung interpretiert worden, hiess es. Bereits hat die Credit Suisse ihr Rating für die Konkurrentin auf ‹Neutral› von ‹Outperform› zurückgenommen.


Die CS-Aktie verzeichneten mit minus 3,2% auf 80,00 CHF allerdings ebenfalls einen klaren Abschlag. Andere Finanzwerte wie Versicherer ZFS (-3,0% auf 328,00 CHF) schlossen am Berichtstag ebenfalls markant schwächer. Über ein Prozent rutschten zudem Swiss Re und Swiss Life ins Minus. Auch Bankenwert Julius Bär (-0,9% auf 77,30 CHF) konnten die zwischenzeitlich gezeigten Gewinne nicht bis zum Schluss halten.


Die Tabellenspitze wurde den ganzen Tag über konkurrenzlos von den Swatch-Valoren (I: +4,0% auf 353,50 CHF; N: +3,2% auf 67,20 CHF) dominiert. Der Luxusgüterkonzern hatte am Morgen überraschend und über eine Woche früher als erwartet Halbjahreszahlen vorgelegt, die am Markt als stark eingestuft wurden. Vor allem die Entwicklung der Betriebsgewinnmarge und des Reingewinns wurden gelobt. Die Konkurrenzpapiere von Richemont zählten mit minus 2,7% auf 73,90 CHF zu den schwächsten Werten.


Fester standen am Abend einzig noch Synthes (+0,4% auf 138,70 CHF). Die Aktien von Life-Science-Konzern Lonza (111,40 CHF) und Telekomunternehmen Swisscom (413,50 CHF) schlossen unverändert.


Die schwergewichtigen Nestlé-Aktien (-0,7% auf 451,80 CHF) verhinderten am Tag vor Halbjahrespublikation des Nahrungsmittelkonzerns ein noch stärkeres Abrutschen des Gesamtmarktes. In Roche (-0,8% auf 208,00 CHF) blieben die Abgaben ebenfalls einigermassen moderat, während sie in Novartis (-1,4% auf 64,30 CHF) deutlicher ausfielen.


Am breiten Markt gewannen die Titel des Industrieunternehmens von Roll 10,2% und machten damit die Verluste des Vortages wieder wett. Die Anleger reagierten positiv auf die ausserordentliche Generalversammlung am Vortag, bei der die Familie von Finck die Mehrheit im Verwaltungsrat übernommen hat.


Der Drehmotoren-Hersteller Tornos (+4,1%) hat seinen Reingewinn mehr als verdreifacht und das Logistikunternehmen Kardex (+1,1%) hat die Wende geschafft und im ersten Halbjahr 2007 wieder schwarze Zahlen geschrieben.


Eher enttäuscht wurden die Anleger hingegen vom Laborausrüster Tecan (Aktie: -1,3%). Die Aktien von Bell wurden am späten Nachmittag vom Handel ausgeschlossen, nachdem der Fleischverarbeiter überraschend die für Donnerstag angekündigten Halbjahreszahlen bereits am Berichtstag zu Börsenzeiten veröffentlicht hatte. (awp/mc/gh)

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