CH-Schluss: Fester – Nestlé belasten

Die Hilfe für Dubai sei angesichts der ansonsten dünnen Nachrichtenlage der entscheidende positive Impuls für die Börsen gewesen, sagten Händler. Die Umsätze seien auch entsprechend dünn ausgefallen. Vor allem die Banken zeigen sich angesichts der positiven Nachrichten aus dem Nahem Osten freundlich.


Der SMI schloss am Montag 0,34% höher auf 6’433,09 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte um 0,37% auf 983,92 und der breite Swiss Performance Index 0,35% auf 5’529,97 Punkte zu.


Finanzwerte profitierten von der wieder besseren Stimmung am Markt. Allen vor die Titel der Credit Suisse stiegen um 1,1%; der Bank wurde in den letzten Tagen ein höheres Engagement in Dubai nachgesagt. Die Titel der UBS (+0,8%) schlossen etwas unter dem Tageshoch.


GAM (-2,4%) litten indes unter dem sehr schwachen Börsendebut des britischen Vermögensverwalters Gartmore. Aufgrund mangelnder Nachfrage mussten die federführenden Banken bereits am Freitag eine Reduktion des Emissionspreises um einen Drittel ankündigen. Börsianer zogen daraus negative Rückschlüsse auf die Bewertung ähnlicher Unternehmen wie GAM gezogen.


Versicherer wie Swiss Re (-0,3%), ZFS (+0,4%) oder Swiss Life (+1,3%) zeigten sich uneinheitlich.


Mit an die SMI/SLI-Spitze setzten sich konjunktursensitive Werte wie Geberit (+1,0%), Nobel Biocare (+1,0%) oder Logitech (+3,5%). Logitech hatte am Freitag den Abschluss der Akquisition von LifeSize Communications bekannt gegeben.


Auch ABB (+1,8%) lagen weit vorne. Die Titel profitierten von einem wohlwollenden Kommentar von Merrill Lynch. Nach grösseren Abgaben in den vergangenen Wochen habe dies wieder vermehrt Käufer angelockt, hiess es im Handel.


Adecco (+1,1%) zeigten sich nach Äusserungen des CEO in der Wochenendpresse freundlich. Adecco-CEO Patrick de Maeseneire gibt sich für die Zukunft optimistisch, aber noch vorsichtig. «Wir sehen seit Mitte August Woche für Woche eine Verbesserung unserer Zahlen. Es geht zwar nur langsam aufwärts, die Entwicklung liegt jedoch über dem saisonalen Effekt», sagte er in einem Interview mit «Finanz und Wirtschaft».


Die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont (+1,5%) und Swatch (+1,1%) waren nach den jüngsten Abgaben ebenfalls gesucht. Die Nachrichten aus Dubai dürften auch hier gestützt haben, mutmassten Beobachter.


Die defensiven Schwergewichte lagen aufgrund der gestiegenen Risikofreude der Anleger eher im Angebot. Zwar zogen die Pharmawerte Roche (+0,5%) und Novartis (+0,4%) gegen Handelsende hin leicht an; die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (-0,4%) glitten hingegen zusehends ab.


Im breiten Markt büssten OC Oerlikon nach der turbulenten Vorwoche mit der Ankündigung von weitreichenden Kapitalmassnahmen weitere 13,3% ein, nachdem sich die Wochenendpresse ausgiebig mit möglichen Szenarien bei OC Oerlikon auseinandergesetzt hat. Mittlerweile befürchten einige Marktteilnehmer eine noch grössere Verwässerung als ursprünglich.


Schweiter (+8,3%) zogen am Montag in einem freundlichen Gesamtumfeld überdurchschnittlich an. CEO Heinz Baumgartner hatte sich in einem Interview mit der «FuW» grundsätzlich zuversichtlich gezeigt und für das kommende Jahr die Rückkehr in die Gewinnzone in Aussicht gestellt.


Markant fester schlossen auch Orascom (+6,3%) oder Rätia Energie (+5,0%), wogegen BT&T Timelife (-13,8%) oder Mindset (-9,4%) deutlich nachgaben.


Einen wenig erfolgreichen ersten Handelstag verzeichneten die Aktien der mit der Arpida AG fusionierten Evolva-Gruppe (-8,8%). (awp/mc/ps/31)

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