CH-Schluss: Fester unter Tageshoch

Der Bericht belegt nach Meinung von Beobachtern, dass die Wirtschaftserholung in den USA bisher nicht am Arbeitsmarkt angekommen ist. Die Beschäftigung in den USA ist im privaten Sektor deutlich um 39’000 Stellen eingebrochen, es wurde aber mit einem Anstieg um 20’000 Stellen gerechnet. Damit werde aber auch der Druck auf die US-Zentralbank erhöht, die Geldmenge durch eine neue Runde quantitativer Lockerung weiter auszuweiten, wurden auch positive Seiten hervorgestrichen.


Der Leitindex SMI stieg zur Wochenmitte um 0,59% auf 6’351,01 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann derweil 0,82% auf 977,26 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,60% auf 5’640,84 Zähler.


Die grössten Gewinne verzeichneten am heimischen Markt konjunktursensitive Titel. So trotzten die Papiere des Stellenvermittlers Adecco dem amerikanischen Arbeitsmarktbericht und rückten um 4,1% vor. Händler begründeten die Bewegung unter anderem mit positiven Analystenkommentaren. Der Titel habe zuletzt wegen Befürchtungen über eine «Double-Dip-Rezession» auch stark unter Druck gestanden, hiess es.


Ebenfalls sehr freundlich zeigten sich Clariant (+4,0%), Nobel Biocare (+2,1%), Baloise (+2,4%) und SGS (+2,5%). Letztere hatten zuletzt sehr stark nach unten korrigiert. Kühne + Nagel, die am Vortag deutlich hinter den Gesamtmarkt zurückgefallen waren, stiegen um 1,4%. Auf der anderen Seite fielen hingegen Holcim mit lediglich plus 0,2% ab.


Syngenta (+0,4%) fielen im Tagesverlauf deutlich zurück. Monsanto, der Hauptkonkurrent des Agrarkonzerns, hatte am Nachmittag Zahlen vorgelegt. Die Amerikaner konnten ihren Verlust im vierten Quartal zwar deutlich reduzieren, die Erwartungen wurden allerdings auf bereinigter Basis verfehlt. Monsanto will nun seine Produkte künftig zu günstigeren Preisen anbieten, hiess es.


Weiter stark zeigten sich nach der Veröffentlichung des Expertenberichts zu den Grossbankenrisiken Anfang Woche UBS (+1,7%) und CS (+0,8%). Gegensätzlich fiel indes die Entwicklung in den beiden grossen Versicherern Swiss Re (+0,9%) und ZFS (-0,5%) aus. Letztere wurde von einem am Berichtstag gemeldeten Beteiligungsabbau doch die britische Barclays Bank etwas belastet.


Die defensiven Schwergewichte zogen nicht allesamt mit. So schlossen allen voran Novartis 0,1% tiefer. Roche gewannen 0,6% und Nestlé gingen 0,5% höher um. Ein Warnbrief der US-Gesundheitsbehörde an Actelion (+2,6%) sei mehr eine formelle Angelegenheit und entsprechend wenig kursrelevant gewesen, sagten Händler.


Swisscom (+0,2%) wird ihr Übernahmeangebot für die restlichen Anteile der italienischen Tochter Fastweb am 11. Oktober starten, die Frist läuft bis zum 12. November.


Im breiten Markt waren Charles Vögele (+4,4%) ein Thema. Die Migros hat ihre Beteiligung an der Bekleidungsgruppe auf nunmehr 20,1% ausgebaut. Der Detailhändler spricht zwar weiter von einer rein finanziellen Beteiligung, was jedoch entsprechende Übernahmephantasien am Markt nicht verhindern konnte.


Der Innerschweizer Schindler-Konzern (PS +0,3%) konnte einen Grossauftrag vermelden. Es handelt sich um die Aufzüge und Fahrtreppen für eine neue Bahnverbindung zum Grand Central Terminal in Manhattan und habe einen Ausgangswert von 24 Mio USD, verbunden mit einer Erweiterungsoption bis zu einem Totalwert von 70 Mio USD.


Die italienische, aber an der SIX kotierte Cosmo Pharmaceuticals (+4,3%) hat eine Testreihe für einen neuen Wirkstoff gegen Haarausfall nach eigenen Worten «erfolgreich abgeschlossen». (awp/mc/ps/28)

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