CH-Schluss: Gewinne ausgebaut – OC Oerlikon haussieren

Im Sog der Wall Street legten die wichtigsten europäischen Aktienmärkte zu. Händler verwiesen aber auch auf eine kleine Erleichterungsrally, da die Anleger offenbar von einem klaren Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen ausgehen würden. Das Geschäft stehe klar im Schatten der Nachrichten zu den US-Präsidentschafswahlen, sagte ein Händler. In der Schweiz lagen verschiedene Zahlenpublikationen im Fokus. So legten heute gleich vier Unternehmen aus dem SMI/SLI Ergebnisse zum dritten Quartal vor und auch aus der zweiten Reihe gab es ein Flut an Finanzinformationen. Zudem sprachen Händler bei diversen Titel von einer technischen Gegenreaktion.


Das Bluechip-Barometer SMI kletterte bis zum Handelsschluss um 166,1 Einheiten oder 2,66% auf 6’399,98 Punkte und auch der Swiss Leader Index notierte um 3,90% auf 912,39 Zähler deutlich höher. Der breite Gesamtmarkt (SPI) stieg um 2,84% auf 5’255,49 Punkte.


Grosser Überflieger im SMI/SLI waren die Aktien von OC Oerlikon (+30,1% auf 124,70 CHF). Gemäss einem Händler gab es keine fundamentalen Nachrichten, die für den Kursgewinn verantwortlich waren. Die Titel seien zuletzt stark überverkauft gewesen. Er führe deshalb die Aufschläge auf eine technische Gegenreaktion zurück, so der Händler.


Ein Kursfeuerwerk war auch bei Clariant (+22,6% auf 8,95 CHF) und Swiss Life (+20,65% auf 133,20 CHF) zu beobachten. Während der Chemiekonzern mit den vorgelegten Zahlen die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen konnte, wurden die Gewinne bei Swiss Life auf Spekulationen zurückgeführt, wonach der Lebensversicherungskonzern an einer Stellungnahme zu der an MLP gehaltenen Beteiligung bastle. Zu hören war in diesem Zusammenhang auch von einem Verkauf des knapp unter 25% liegenden Stimmrechtpakets. Swiss Life dementierte allerdings diese Gerüchte, weshalb auch hier vor allem eine technische Gegenreaktion nach dem Kurseinbruch der letzten Woche vermutet wird.


Mit Aufschlägen von mehr als 10% schlossen zudem Kühne+Nagel, Julius Bär, Bâloise und Petroplus. Der Raffineriebetreiber wird am Donnerstag die Zahlen des dritten Quartals publizieren. Gesucht waren im Anschluss an die Präsentation der Quartalszahlen auch die Aktien des Stellenvermittlers Adecco (+6,2% auf 44 CHF). Analysten zeigten sich vor allem von der guten Kostenkotrolle im schwierigen Umfeld positiv überrascht. Diese hätte die leicht unter den Erwartungen liegenden Zahlen sowie den verhaltenen Ausblick mehr als kompensiert, so ein Experte. UBS (+4,0% auf 19,70 CHF) waren am Schluss ebenfalls gut nachgefragt, nachdem die Aktien zeitweise im Angebot lagen. Insgesamt habe die Bank mit dem Zahlenausweis aber nichts Neues veröffentlicht, hiess es am Markt.


Swiss Re avancierten bis zum Schluss um 11,2% auf 56,45 CHF. Die Rückversicherungs-Gesellschaft hat im dritten Quartal mit der Prämienentwicklung positiv überrascht. Aufgrund von höher als erwartet ausgefallenen Schadensbelastungen sowie Wertberichtigungen resultierte am Ende aber ein Verlust. Die weiteren Finanzwerte notierten grösstenteils höher als der Durchschnitt. Ausnahmen bildeten Credit Suisse (+1,2% auf 43,38 CHF), die etwas zurück blieben. Verlierer am Ende des Tages sind im SMI/SLI lediglich Lonza (-3,5% auf 97,80 CHF) und Novartis (-0,2% auf 59,85 CHF).


Auch aus der zweiten Reihe hatten vor Börseneröffnung verschiedene Unternehmen über ihren Geschäftsverlauf informiert. Dabei konnten vor allem Sika (+6,5%), Phoenix Mecano (+5,9%) und Eichhof (+4,2%) profitieren. Aber auch Quadrant (+2,8%), LUKB (+2,2%) und Atel (+2,4%) schlossen mit Aufschlägen. Trotz einer Gewinnwarnung und anfänglichen Gewinnen zogen PubliGroupe bis zum Handelsschluss deutlich an und schlossen sogar mit einem Plus von 8,7%. Händler verwiesen auch hier auf eine technische Gegenbewegung. (awp/mc/ps/32)

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