CH-Schluss: Ins Minus gerutscht – Lonza nach Zahlen abgestraft

Am Nachmittag fielen US-Konjunkturdaten Händlern zufolge enttäuschend aus, etwa der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI). Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe seien deutlich geringer zurückgegangen als erhofft und die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter lägen unter der Erwartung, hiess es. Abwärts ging es im späten Handel vor allem im Sog der Wall Street.


Der SMI schloss um 0,47% tiefer auf 6’442,41 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab um 0,63% auf 984,47 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,46% auf 5’568,20 Punkte nach.


Lonza (-5,0%) wurden am deutlichsten zurückgenommen, nachdem die Valoren noch fester in den Handel gestartet waren. Abgaben kurzfristig orientierter Anleger würden auf die Stimmung drücken, hiess es unter Marktbeobachtern. Einige Anleger hätten auf eine rasche Erholung gehofft, so der Händler weiter. Mit den nun gemachten Aussagen erwarte der Life-Science-Konzern aber nur eine langsame Besserung.


Auch Nobel Biocare (-4,1%) und Synthes (-3,3%) zählten zu den grössten Verlierern, was im Handel auf Unternehmenszahlen aus dem Wettbewerb zurückgeführt wurde. ABB (-2,2%) konnten die Gewinne nach Zahlen von Rockwell im Tagesverlauf nicht halten.


Die Pharmaschwergewichte waren wenig gefragt. Bei Novartis (-0,4%) kam es nach den Avancen der letzten Tage zu Gewinnmitnahmen. Roche (-1,1%) profitierten nicht von einer wichtigen Indikationserweiterung für Herceptin.


Nestlé (+0,3%) konnten hingegen zulegen, was auf erfreuliche Ergebnisse aus der US-Konsumgüterbranche zurückgeführt wurde. Neben Procter & Gamble hatte auch Colgate-Palmolive Zahlen vorgelegt.


Die meisten Finanzwerte rutschten in den negativen Bereich. Marktbeobachter hatten die zeitweisen Gewinne mit einer technischen Reaktion begründet. CS verloren 0,3%, UBS 0,1% und Julius Bär 0,5%. Swiss Re (-1,3%), Swiss Life (-1,2%) und ZFS (-0,4) gaben ebenfalls nach.


Bâloise legten gegen den Trend 1,1% zu. Der Versicherer hat im Streit um die Entflechtung seiner Deutscher-Ring-Tochtergesellschaften vom Deutschen Ring Krankenversicherungsverein die Initiative ergriffen und baut für seine beiden Töchter eine neue, zusätzliche Vertriebsorganisation auf.


Petroplus (-1,3%) lagen zum Schluss im Angebot, waren jedoch zeitweise von erfreulichen Zahlen des US-Mitanbieters Valero beflügelt. Petroplus selbst ist in der kommenden Woche an der Reihe.


Richemont (+1,5%) wurden von Ratingerhöhungen durch Barclays und SocGen an die Tabellenspitze im SMI/SLI getragen, Swatch (-0,4%) konnten trotz Kurszielerhöhungen nicht mithalten. Fester tendierten etwa noch Adecco (+0,9%), Kühne + Nagel (+0,2%) sowie Swisscom (+0,1%).


Im breiten Markt standen unter anderem Acino (+2,4%) im Blick der Anleger. Das Pharmaunternehmen traf die Prognosen mit dem Umsatz 2009 genau und erwartet einen Rekordgewinn. Ebenfalls eine Punktlandung im Vergleich zu den Umsatzschätzungen legte Winterthur Technologie (+1,3%) hin.


Zahlen legten ferner noch Mikron (+3,4%), die Bank Coop (+1,0%) sowie CFT (-0,7%) vor. (awp/mc/pg/33)

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