CH-Schluss: Leicht schwächer – Syngenta nach Zahlen stark

Zuletzt hatte die erwartete Auflockerung der Geldpolitik in den USA für positive Stimmung an der Wall Street gesorgt. Hierzulande reagierte der Markt unterschiedlich auf Umsatzzahlen von Syngenta und Roche, letztere belasteten den Leitindex SMI. Actelion haussierten nach erneuten Übernahmegerüchten.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor um 0,22% auf 6’440,97 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,26% auf 1’000,65 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 0,12% auf 5’725,95 Punkte.

Für einen kräftigen Kurssprung im späten Handel sorgten erneute Übernahmespekulationen bei Actelion (+6,6%). «Die Gerüchte reissen nicht ab, nun soll GlaxoSmithKline angeblich 72 CHF für eine Actelion-Aktie bieten wollen», hiess es im Handel. Seit Tagen werden zahlreiche potenzielle Käufer am Markt herumgereicht, auch Bayer, Roche und Bristol Myers-Squibb.

Der Bankensektor geriet im Einklang mit anderen europäischen Handelsplätzen am Nachmittag unter Abgabedruck. Händler machten grosse amerikanische Fonds auf Seiten der Verkäufer aus. Der Skandal um Zwangsversteigerungen von Häusern durch US-Hypothekarinstitute schlage hohe Wellen, hiess es. UBS (-1,5%) waren Schlusslicht unter den 30 Bluechips und auch CS (-1,4%) gaben deutlich nach, während sich Julius Bär (+0,6%) ins Plus hieven konnten.

Die UBS stellte unterdessen den von Bern geforderten Transparenzbericht zu Handen der Aktionäre im Zusammenhang mit der Finanzkrise vor. Grosse Überraschungen blieben dabei aus. Die Bank hält daran fest, dass keine Klagen gegen frühere Verantwortliche erhoben werden sollen.

Schwach zeigten sich auch Kühne + Nagel (-1,5%), die von SocGen auf «Hold» («Sell») heraufgestuft wurden, allerdings bei einem Kursziel unterhalb des aktuellen Niveaus.

Die zeitweise deutlichen Verluste bei Clariant (-0,1%) wurden auf Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kursavancen zurückgeführt. CEO Hariolf Kottmann stellte ausserdem in der Presse für die nächsten Tage Details zum nächsten Restrukturierungsschritt in Aussicht.

Die grosskapitalisierten Roche (-0,5%) zogen den Gesamtmarkt in Mitleidenschaft, nach etwas schlechter als erwartet ausgefallenen Umsatzzahlen. Händler führen die Abgaben auf die um 1-2% verfehlte Konsensprognose zurück. Zwar habe der negative Wechselkurseffekt ungefähr den Erwartungen entsprochen, doch hätten sich Avastin und Rituxan unter den Erwartungen entwickelt und würde auf Avastin weiterhin die Ungewissheit für die Indikation Brustkrebs in den USA und auch in Europa lasten.

Zudem warnte die US-Gesundheitsbehörde FDA vor möglicherweise erhöhten Risiken bei der langfristigen Behandlung mit Osteoporose-Mitteln. Betroffen sind unter anderem die Medikamente Bonvia von Roche und Reclast von Novartis. Novartis-Aktien gaben um 1,1% nach.

Swatch und Richemont verloren 1,3% bzw. 0,9%. In der Luxusgüterindustrie bestätigte Wettbewerber LVMH derweil mit einem Umsatzanstieg von 23% im dritten Quartal die Erholung der Nachfrage.
Deutlich gefragt waren Syngenta (+3,8%). Der Agrochemiekonzern erwirtschaftete im zurückliegenden Jahresviertel einen deutlich über den Konsensschätzungen liegenden Umsatz, bestätigte die Prognosen für 2010 und zeigt sich für das kommende Jahr zuversichtlich. Die Titel hatten bereits zuvor in Erwartung guter Zahlen angezogen. Nach dem schwachen Vorquartal sei die Nachfragebelebung bei den Pflanzenschutzmitteln sehr ermutigend, hiess es von Analystenseite.

Grössere Gewinner waren noch Geberit (+3,5%), Transocean (+2,8%) sowie Swiss Re (+2,5%), letztere dank einer Höherstufung durch JP Morgan auf «Overweight».

Sonova (+2,0%) profitierten von positiven Aussagen des Managements und anlässlich des internationalen Hörgeräteakustiker-Kongresses (EUHA) neu auf den Markt gebrachten Produkten.

Im breiten Markt kletterten Sulzer 1,3%. Der zuvor publizierte Bestellungseingang nach neun Monaten übertraf die Erwartungen leicht. Santhera legen nach Abschluss eines Lizenzierungsvertrages 1,5% zu. (awp/mc/gh/26)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.