CH-Schluss: Leicht schwächer – Vorzeitiger Handelsschluss

Nach einem etwas volatilen Verlauf schloss der Aktienmarkt über Tagestief leicht schwächer. Ein Händler sprach von einem durchzogenen Bild. Die Volumen seien klein und viele Bewegungen daher eher zufällig. Die heute publizierten wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenversicherung in den USA waren zwar besser als erwartet ausgefallen, hatten den Markt jedoch kaum beeinflusst. Vor allem den Bluechips fehlte es an kursbewegenden Nachrichten, so der Händler weiter. Ingesamt sah er weiterhin Aufwärtspotenzial, wobei es seiner Einschätzung zufolge auch immer wieder zwischenzeitliche Konsolidierungsphasen geben könnte.


Der SMI stand beim vorgezogenen Schluss um 14.42 Uhr um 0,30% tiefer bei 6’355,76 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab um 0,01% auf 975,15 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,22% auf 5’481,13 Punkte.


Den Index belasteten die schwer gewichteten Nestlé (-1,1%). Die Valoren litten Händlern zufolge unter den nahenden MSCI-Änderungen zum Monatsende. Die Titel verlören an Gewicht in den Indizes und die erwarteten Verkäufe wurden zum Teil schon vorweggenommen, hiess es.


Die ebenfalls grosskapitalisierten Roche gaben um 0,3% nach und Novartis um 0,1%. Eher belastend wurden Aussagen der Analysten von Barclays zu beiden Titeln gewertet, welche beide Papiere mit «Underweight» einstuften. Weiter hatte Bernstein die Abdeckung für Roche mit «Marketperform» aufgenommen. Novartis bietet ab sofort eine rezeptfreie Version des Magenmittels «Prevacid» in den USA an, wie das Unternehmen heute bekannt gab. Die verschreibungspflichtige Version des Medikaments gehört dem Pharmakonzern zufolge gemessen am Umsatz zu den fünf Arzneien, die am häufigsten verschrieben werden.


Grösster Verlierer waren Logitech (-2,1%) nach einer gestern vermeldeten Akquisition und dem Investorentag. Mit dem Zukauf der US-Firma LifeSize bewege sich das Unternehmen von seinem herkömmlichen Fokus auf Peripheriegeräte für den Verbrauchermarkt weg, kommentierte ein Analyst. Das Risikoprofil der Herstellerin von Computerzubehör habe sich damit erhöht und die strategische Begründung sei noch nicht überzeugend.


Richemont (-1,1%) tendierten vor dem Semesterergebnis am morgigen Freitag leichter. Nach den deutlichen Vortagesavancen im Zuge des Neunmonatsausweises litten Holcim (-1,0%) etwas an Gewinnmitnahmen. Clariant (-0,9%) gaben ebenfalls nach.


Daneben verbuchten noch einige Finanzwerte deutlichere Abschläge, dies galt für ZFS (-0,9%), Julius Bär (-0,9%), Swiss Life (-0,2%) nach Gewinnmitnahmen und UBS (-0,1%). Freundlich tendierten dagegen Swiss Re (+1,3%), CS (+0,7%), Bâloise (+0,8%) sowie GAM (+2,8%) an der Tabellenspitze.


Swisscom (+2,3%) wurden von einigen Kurszielerhöhungen und Analystenkommentaren in Folge der gestrigen Zahlenpublikation gestützt. Lonza (+2,0%) hatten eine Heraufstufung der UBS auf «Neutral» («Sell») unter Berücksichtigung der jüngsten Gewinnwarnung, der Restrukturierungspläne sowie des zuletzt gefallenen Aktienkurses erhalten.


Syngenta (+0,2%) legten leicht zu. Der Agrochemiekonzern übernimmt zwei in den USA ansässige Unternehmen für Salatsaatgut und erhofft sich davon eine stärkere Position in Nordamerika.


Sonova (+1,6%) setzten ihren Aufwärtskurs fort. Auch Adecco (+1,6%) und Kühne+Nagel (+1,4%) gehörten zu den weiteren Gewinnern.


Im breiten Markt waren BCV (+3,3%) nach einer deutlichen Steigerung des Bruttogewinnes in den ersten neun Monaten gesucht. Auch Looser (+4,8%) profitierten von den Neunmonatszahlen. Kuoni (+1,9%) zogen nach einer Eingrenzung des Verlustes an. Barry Callebaut (+0,2%) reagierten verhalten auf den Abschluss 2008/09; allerdings hat das Management die Zielsetzungen gesenkt. (awp/mc/pg/29)

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