CH-Schluss: Schwach – UBS und Swiss Re im Fokus

Im Zuge von aufkeimenden Übernahmephantasien und einem stabilen Auftragseingang in den USA erholte sich der Schweizer Leitindex jedoch bis zum Handelsende etwas von den Tiefstständen.


Der Investor Warren Buffett hatte angekündigt, mit einer rund 44 Mrd USD schweren Übernahme den grössten Zukauf seiner Firmengeschichte vorzunehmen, was auch die US-Märkte vorübergehend etwas stimulierte. Seine Holding Berkshire Hathaway schluckt für umgerechnet 30 Milliarden Euro den amerikanischen Eisenbahn-Konzern Burlington Northern Santa Fe.


Der SMI sank um 1,24% auf 6’213,35 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab 0,73% auf 940,42 Punkte nach, der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 1,13% auf 5’342,56 Punkte.


Die stärksten Verluste unter den Blue Chips verbuchten UBS (-5,8%) nach den enttäuschenden Drittquartalszahlen. Insbesondere der weiter ungebremst anhaltende Geldabfluss bereitet den Beobachtern Sorge. Immerhin vermögen sie aber auch positive Aspekte zu erkennen, so etwa die weiter verbesserte Tier 1 Ratio oder Fortschritte auf der Kostenseite. Credit Suisse (-2,0%) notierten im Einklang mit den meisten Bankentiteln europaweit deutlich im Minus, während Julius Bär (-0,2%) besser abschnitten.


Zyklische Titel standen, angeführt von ABB (-1,2%), ebenso auf der Verliererseite. Belastend für die Valoren des Automations- und Energietechnikkonzerns dürfte sich auch ein Kommentar des Credit Suisse-Aktienresearch ausgewirkt haben, nach dem sich die Aufträge im Bereich Stromversorgung im wichtigen chinesischen Markt rückläufig entwickelt haben. Auch Holcim (-1,2%) und Petroplus (-1,0%) verbilligten sich, ebenso wie Swatch (-1,9%) und Richemont (-1,3%).


Nestlé (-1,8%) gaben stärker als der Gesamtmarkt nach. Ein Marktbeobachter vermutete vor allem Gewinnmitnahmen als Grund, nachdem die Aktie in der letzten Zeit sehr gut gelaufen war.


Weniger stark als der Markt verloren die Pharmatitel Novartis (-0,2%) und Roche (-0,6%). Novartis will über die kommenden fünf Jahre 1 Mrd USD in den Ausbau der Forschung und Entwicklung in China investieren. Auch Swisscom (-0,9%) als weiterer defensiver Titel hielt sich besser.


Die klaren Gewinner waren mit einem starken Kursanstieg Swiss Re (+6,4%). Das Unternehmen hat mit seinem Quartalsgewinn die Markterwartungen klar übertroffen und überrascht mit einer starken Performance im Rückversicherungsgeschäft und einer verbesserten Kapitalausstattung positiv. Allerdings hatten die Titel in den vergangenen zwei Wochen rund 15% verloren. Im Plus notieren noch Lonza (+1,8%) und Clariant (+1,7%), die am Mittwoch Zahlen vorlegen.


Am breiten Markt waren Phoenix Mecano (+0,8%) nach Vorlage der Drittquartalszahlen gesucht. Das in den Bereichen Gehäusetechnik und industrielle Komponenten tätige Unternehmen hat mit seinen Zahlen die Erwartungen der Analysten auf allen Ebenen übertroffen, wobei vor allem der gestiegene Auftragseingang hervorgehoben wurde. Auch der Quartalsabschluss von Von Roll (+3,7%) stiess auf positives Echo.


Ypsomed (-6,3%) wurden dagegen vom Markt abgestraft, nachdem das Halbjahresresultat des Medizinaltechnikunternehmens auf allen Ebenen unter den Erwartungen der Analysten ausfiel.&(awp/mc/pg/33)

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