CH-Schluss: Schwächer – Anhaltende Gewinnmitnahmen belasten

Während die Beschäftigungsentwicklung in den USA im August und die Industrieaufträge im Juli enttäuschten, war die Produktivität im zweiten Quartal etwas stärker gestiegen als ursprünglich gemeldet.


Als Folge der anhaltenden Gewinnmitnahmen wurden erneut vor allem Finanztitel zurückgestuft. Auch zyklische Werte gerieten teils stärker unter Druck. Hingegen stützten defensive Valoren, allen voran Nestlé, den Markt. Im Handel wurde die Korrektur als eher vorübergehend bezeichnet, sie sei nach den jüngsen Avancen auch nötig. Ein grösserer Rückschlag sei erst zu erwarten, wenn der SMI unter die Marke von 5’900 Punkten falle, so ein Händler.


Das SMI-Index der Blue Chips schloss um 0,64% tiefer auf 6’089,24 Punkten (Tagestief: 6’036). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor um 1,14% auf 931,43 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,73% auf 5’235,32 Zähler.


Unter den SMI-/SLI-Valoren erlitten OC Oerlikon (-5,5%) die prozentual grössten Einbussen. Händler führten die Abgaben auf die Befürchtungen des Marktes über ausserordentliche Abschreibungen auf dem aktivierten Goodwill zurück. Gerade im Bereich Drive Systems hat sich Analysten zufolge in den vergangenen Monaten Bedarf für Goodwillabschreibungen aufgestaut. Solche würden das Industriekonglomerat zu einem eher ungünstigen Zeitpunkt treffen, ist es doch in schwierigen Absatzmärkten tätig und hoch verschuldet.


Ebenfalls deutlich im Minus schlossen Swiss Re (-4,8%). Die Credit Suisse habe die Kaufempfehlung für die Konkurrentin Munich Re bestätigt, was Swiss Re belastet habe, so ein Händler. Ausserdem hätten der Rückversicherer und die anderen Finanzaktien unter den schwachen Vorgaben aus den USA und Asien gelitten. So verloren auch Julius Bär (-3,0%), Swiss Life (-2,9%), Bâloise (-2,7%), CS (-2,2%) und UBS (-2,7%) deutlich. ZFS (-0,3%) zeigten sich widerstandsfähiger.


Sehr schwach notierten auch noch Titel, die in jünster Zeit stark zugelegt hatten, wie Nobel Biocare (-4,5%), Geberit (-3,4%), Sonova (-3,3%), Petroplus (-3,0%) oder Clariant (-2,9%). Auch Swatch (-1,9%) und Richemont (-1,8%) verloren überdurchschnittlich. Für Richemont hat Société Générale die Verkaufsempfehlung bestätigt.


Holcim (-0,7%) und ABB (-0,4%) hielten sich dank Ratingerhöhungen besser. Holcim wurden von Morgan Stanley auf «Equalweight» von «Underweight» angehoben, die UBS stufte ABB auf «Neutral» von zuvor «Sell» hoch.


Wie oft in einem solchen Umfeld kamen defensive Valoren besser weg. Nestlé (+0,2%) boten dem Markt eine Stütze. Novartis (unverändert) zeigte sich ebenfalls widerstandsfähig, und bei Roche (-0,1%) hielten sich die Abgaben zumindest in engeren Grenzen. Dies gilt auch für Swisscom (-0,1%).


Avancieren konnten – neben Nestlé – nur wenige Titel, darunter Kühne+Nagel (+0,7%), Actelion (+0,7%), Adecco (+0,5%) oder Lonza (+0,2%).


Im breiten Markt brachen Bobst nach den Semesterzahlen um 6,1% ein, allerdings tendierten die Titel zeitweise mit über 10% im Minus. Der Verpackungsmaschinen-Hersteller litt stark unter der Wirtschaftskrise und publizierte tiefrote Zahlen. Auch Gottex (-8,0%) verloren nach Halbjahreszahlen. Dufry (+1,0%) erholten sich nach anfänglichen Verlusten im Zuge des Semesterausweises wieder.


u-blox kletterten um 7,1% in die Höhe. Das GPS-Technologie-Unternehmen hat eine neue Halbleiter-Plattform am Markt eingeführt, was von Analsysten positiv gewürdigt wurde. Es zeige einmal mehr die Innovationskraft des Unternehmens, hiess es etwa am Markt. (awp/mc/pg/33)

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