CH-Schluss: Schwächer – Defensive Werte gefragt

Die Vorgaben aus dem Ausland waren am Nachmittag uneinheitlich. So notierte der Dow Jones Industrial zwar im frühen Handel im Plus, Marktteilnehmer sahen die Stimmung insgesamt jedoch als belastet an.


Konjunkturdaten aus den USA hatten wenig Einfluss auf den Markt. Dort war das Handelsbilanzdefizit im April etwas höher als erwartet ausgefallen. Insgesamt tendierten die Anleger eher zu defensiven Werten.


Der SMI sank um 0,57% oder 41,69 Punkte auf 7’284,21 Zähler. Der SLI verlor 0,76% auf 1’113,37 Punkte. Der breite Markt – gemessen am SPI – gab um 0,63% auf 6’145,81 Stellen nach.


Stark gefragt waren am Nachmittag Nobel Biocare (+2,9% auf 40,02 CHF). Händler führten die von Deckungskäufen dominierten Nachfrageimpulse auf einen Vorabdruck eines Interviews von CEO Domenico Scala in der Finanzpresse zurück. Analysten sahen die Kursgewinnen jedoch mit Skepsis.


Bei den Bankentiteln erholten sich UBS (+2,9% auf 24,50 CHF) nach dem gestrigen Ende des Bezugsrechtehandels und notierten an der Tabellenspitze. Julius Bär litten Händlern zufolge unter Verkaufsdruck aus dem Ausland und verloren 1,6% auf 74 CHF. CS gaben 1,7% auf 48,90 CHF ab.


ZFS (-0,3% auf 292,75 CHF) profitierten leicht von einer Studie der UBS. Unter den Versicherungen zählt das Unternehmen demnach zu den «Top Picks». Die übrigen Versicherungstitel wie Bâloise (-0,8% auf 115,80 CHF), Swiss Re (-1,3% auf 74,60 CHF) und Swiss Life (-1,7% auf 279 CHF) konnten sich nicht absetzen.


Auch Richemont (-1,3% auf 62,40 CHF) und Swatch (-1,5% auf 275,25 CHF) schlossen leichter.


Adecco (-2,4% auf 54,90 CHF) wurden von einer negativen Studie zum US-Arbeitsmarkt im dritten Quartal durch den Konkurrenten Manpower belastet.


Die Index-Schwergewichte Nestlé (-0,1% auf 512 CHF) sowie Novartis (+0,1% auf 53,20 CHF) waren dagegen als defensive Titel abermals gefragt. Roche (-1,4 auf 177,90 CHF) konnten den Index nicht schlagen. Positive Studiendaten zu einem Diabetespräparat stützen den Kurs nicht.


Die rote Laterne unter den 30 grössten Titeln (SLI/SMI) ging an Logitech (-3,8% auf 31,20 CHF). Händler begründeten die Abgaben damit, dass sich kurzfristig orientierte Investoren aus den Valoren zurückgezogen hätten.


Im breiten Markt gaben Galenica (-1,6%) nach frühen Aufschlagen wieder nach. Das Unternehmen hat die Präsenz im europäischen Markt verstärkt und sich mit 51% an der schwedischen Renapharma beteiligt.


Rieter (-1,2%) verloren nach Gerüchten über eine Abspaltung der Automotive-Sparte, Burckhardt (-1,1%) wurden nach frühen Avancen in Folge der soliden Zahlen zum Geschäftsjahr 2007/08 wieder verkauft.


Atel (+0,7%) profitierten von einem geplanten Kraftwerksbau im solothurnischen Niederamt. Auch Schindler Namen (+1,3%) konnten am Nachmittag zulegen. Das Unternehmen hat 49% an einer Aufzugsfirma in Katar erworben. (awp/mc/pg)

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