CH-Schluss: Sehr fest – Exportaussichten Chinas beflügeln

Impulse für die Kursgewinne lieferte einerseits US-Notenbankchef Ben Bernanke. Dieser äusserte sich zuversichtlich über die amerikanische Konjunktur. Andererseits stützten positive Meldungen zu den chinesischen Exporten, welche die Sorgen um eine Abschwächung der Weltwirtschaft abmilderten. Dadurch wurde eine Serie von drei Tagen mit Verlusten am Schweizer Aktienmarkt durchbrochen.


Das Blue-Chips-Barometer SMI schloss bei +1,17% auf 6’319,18 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) rückte 1,52% auf 962,49 Punkte vor und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,33% auf 5’553,36 Punkte.


Insbesondere zyklische Titel verteuerten sich nach den Meldungen aus den USA und China. Holcim (+2,6%) profitierten zudem von einer Aufstufung durch die Credit Suisse auf «Neutral». Für die CS sind die Sorgen bezüglich der konjunkturellen Entwicklung in Europa im Baumaterialsektor eingepreist, weshalb die Bank auch die Sektoreinstufung auf Overweight von bisher Market Weight angehoben hat. Von dieser Sektoraufstufung profitieren auch Geberit (+2,8%).


Swatch (+2,8%) und Richemont (+3,9%) standen weit oben auf dem Kurstableau. Auf der Gewinnerseite waren zudem Titel mit einem hohen Beta zu finden, sagte ein Händler. Adecco (+2,5%) und Clariant (+3,1%) zeigen sich denn auch deutlich besser als der Gesamtmarkt.


Die Finanztitel tendierten dagegen mit geringeren Kursgewinnen. Die UBS (+0,4%) – phasenweise schwächster Wert – konnten sich ins Plus vorarbeiten. CS (+2,1%) gehörten dagegen zu den grössten Gewinnern und Julius Bär (+0,06%) schlossen kaum verändert.


Unterdurchschnittlich präsentierten sich die Indexschwergewichte Roche (+0,4%) und Nestlé (+0,7%). Novartis (+1,4%) schlossen nach den Verlusten des Vortages etwas besser als der Gesamtmarkt.


Givaudan (+0,4%) litten über weite Strecken unter einer Rating-Abstufung durch Morgan Stanley auf Equal Weight von bisher Overweight, schafften jedoch den Weg in die Gewinnzone. Als Grund für das Downgrade führt Analyst Erik Sjogren die hohe Bewertung und die hohen Konsenserwartungen an. Dies limitiere das Aufwärtspotenzial der Aktie, trotz starken Fundamentaldaten des Unternehmens, so Sjogren.


Swiss Life (-0,4%) waren die einzigen Verlierer unter den Blue Chips. Die Titel des Lebensversicherers müssen noch im Laufe des Monats den Aktien von Transocean im SMI Platz machen.


Im breiten Markt brachen GNR um 18,4% ein. Das Unternehmen Global Natural Resources legte nach einigen Verzögerungen den Geschäftsbericht 2009 vor, meldete dabei aber gleichzeitig eine Überschuldung. Nun sollen der Generalversammlung Restrukturierungsmassnahmen vorschlagen werden. Die Aktie war von der SIX Swiss Exchange wegen des nicht eingereichten Geschäftsberichtes für eine Woche vom Handel ausgesetzt gewesen.


OC Oerlikon verloren 1,5%. Oerlikon gab am Morgen weitere Details zur Umschuldung und den damit verbundenen verschiedenen Kapitalmarkt-Transaktionen bekannt. Insgesamt hat das Unternehmen, dessen neu ausgegebene Aktien ab heute gehandelt werden, die konsolidierte Verschuldung um knapp 1 Mrd CHF reduzieren können. Zu den grössten Gewinnern zählten dagegen Lem (+7,0%) und Temenos (+6,5%). (awp/mc/pg/28)

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