CH-Schluss: Sehr schwach – Subprime-Krise führt zu Ausverkauf

Keine Unterstützung gab es am letzten Handelstag von Konjunkturseite. Zwar sind in den USA die Einfuhrpreise im Oktober deutlich stärker als erwartet gestiegen. Das Defizit in der Handelsbilanz der USA ist jedoch im September überraschend zurückgegangen. Zudem hat sich der an der Universität Michigan berechnete Index für die Verbraucherstimmung in den USA stark eingetrübt.


Der SMI schloss 188,08 Zähler oder 2,19% tiefer auf 8`417,15 Punkten. In der vergangenen Woche verlor der Index damit 4,0%. Der Swiss Leader Index (SLI) sank am Freitag 2,01% auf 1`295,87 Punkte und der breite Swiss Performance Index 1,99% auf 6`911,39 Punkte.


Zu einem regelrechten Ausverkauf kam es am Nachmittag bei den meisten Finanzwerten. UBS schlossen 4,1% tiefer auf 50,95 CHF. Im Wochenvergleich lag das Minus bei 10,1%. CS verloren 3,1% auf 66,60 CHF. Damit verloren die Titel in den vergangenen fünf Handelstagen 8,1% an Wert. Julius Bär stemmten sich dagegen kräftig der Gesamttendenz entgegen und legten am Handelsende gar 0,8% auf 91,70 CHF zu. Am Markt wurden Gerüchte kolportiert, wonach die Privatbank ihr US-Geschäft Anfang nächsten Jahres an die Börse bringen wird.


Die Anleger von Versicherungstitel hatten ebenfalls kaum Freude an ihrem Investment. ZFS (-2,2% auf 317,75 CHF) und Swiss Re (-3,5% auf 96,90 CHF) verloren kräftig, nachdem die Titel am Morgen noch von starken Zahlen der deutschen Konkurrentin Allianz profitiert hatten. Bâloise büssten 2,5% auf 115,40 CHF ein. Bei Clariant (-5,7% auf 11,67 CHF) gab es kein Halten. Seit dem schwachen Quartalsausweis vom Mittwoch stehen die Titel auf der Verkaufsliste. Insgesamt wurden seit vergangenen Freitag 19,2% des Aktienkapitals vernichtet.


Swatch (-3,8% auf 323,50 CHF) bezogen mächtig Prügel, nachdem sie am frühen Nachmittag noch im Plus tendiert hatten. Swatch erfreute die Investoren über weite Strecken des Handel mit der Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms, konnte sich dem Abwärtssog jedoch nicht entziehen. Nestlé (-1,6% auf 534 CHF) schlossen besser als der Gesamtmarkt. Ein Blick auf die gesamte Woche zeigt: die Titel legten als einziger Wert im SMI, wenn auch nur 0,8%, zu.


Im SLI setzten die Titel von OC Oerlikon (+3,7% auf 596 CHF) ihren seit drei Tagen andauernden Aufwärtstrend fort. Nach Darstellung von Händlern gibt es derzeit keine fundamentale Daten, die als Ursache für die positive Entwicklung genannt werden könnten. Ein Analyst merkte an, es müssten Positionen aufgebaut werden, um Optionen zu hedgen. Von Roll gewannen 4,2%. Nach dem Abschluss des Anrechtshandels sei der Verkaufsdruck der Kapitalerhöhung weggefallen, sagten Händler. Positiv wirke sich auch aus, dass auch die Titel der ehemaligen Verwaltungsräte nun platziert seien.


Die Titel der IT-Dienstleistungs- und Logistikgruppe Also stiegen 3,0%. Die Schindler-Tochter ist im dritten Quartal 2007 wieder in die Schwarzen Zahlen zurückgekehrt – dank dem ersten positiven Quartal der Tochter GNT. Jelmoli Namen verteuerten sich um 3,5%. Auch die Detailhandels- und Immobiliengesellschaft will ein Aktienrückkaufprogramm aufgleisen – und kommt damit dem Vorschlag zweier Minderheitsaktionäre zuvor. (awp/mc/ab)

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