CH-Schluss: SMI legt kräftig zu – Dubai-Schock lässt nach

Schliesslich vermochte das überschuldete Unternehmen Dubai World die Befürchtungen um einen Staatsbankrott des Emirats weiter zu zerstreuen. Dubai World teilte mit, dass zurzeit mit den Banken Gespräche über Schulden im Umfang von 26 Mrd USD am laufen seien. Der in der vergangenen Woche angekündigte Zahlungsaufschub hatte noch einer Schuldenlast im Umfang von 59 Mrd USD gegolten.


Nebst den Nachrichten aus Dubai, verhalf auch die von der japanischen Notenbank an die dortigen Geldhäuser verordnete Finanzspritze den hiesigen Banken zu steigenden Kursen. Dagegen bewegten US-Konjunkturdaten den Markt am Nachmittag kaum mehr. Den enttäuschenden Angaben zum ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe standen etwas besser als erwartet ausgefallene Daten aus dem Immobiliensektor gegenüber.


Bis Börsenschluss stieg der SMI um 1,77% auf 6’372,08 (Tageshöchst: 6’378) Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 1,80% auf 974,23 Punkte dazu; der breite Swiss Performance Index (SPI) lag am Ende mit 1,62% auf 5’475,85 Punkte im Plus.


Der Handel mit Blue Chips war am Dienstag von steigenden Kursen bei Finanzaktien geprägt. Diese hatten im Zuge des Dubai-Schocks in der vergangenen Woche noch stark an Wert eingebüsst und konnten nun Boden gut machen. So legten UBS um 3,0%, ZFS um 2,6%, Swiss Re um 2,6% oder CS um 2,4% zu.


Julius Bär und Bâloise büssten entgegen dem Trend in der Branche um 1,4% respektive 0,2% ein und waren gleichzeitig die einzigen Verlierer im SMI/SLI.


Starke Unterstützung erhielt der Gesamtmarkt von den defensiven Schwergewichten. Allen voran kletterten Nestlé um 2,2% stark in die Höhe. Am Markt seien teils aggressive Zukäufe aus dem Ausland zu beobachten gewesen, so ein Händler. Auch werde ein mögliches Übernahmeangebot an die Aktionäre von Cadbury immer unwahrscheinlicher.


Die Kursgewinne in Roche (+0,6%) und Novartis (+0,9%) fielen im Vergleich zu Nestlé etwas bescheidener aus.


Weit vorne im SMI/SLI waren dagegen Zykliker wie Clariant (+6,0%), Adecco (+4,6%), Syngenta (+2,9%) oder Holcim (+3,5%) zu finden.


ABB legten auch mit Blick auf den französischen Atomtechnikkonzern Areva um 1,9% überdurchschnittlich zu. Areva führt mit Alstom und Schneider Electric Gespräche über den Verkauf der Sparte Stromübertragung und -verteilung (T&D). Damit dürfte die Offerte von ABB, über die am Markt spekuliert wurde, vom Tisch sein.


Im breiten Markt gingen Datacolor unverändert aus dem Handel. Die in der Farbmetrik tätige Gruppe hat über Details zum Geschäftsjahr 2008/09 informiert und schlägt den Aktionären ein gegenüber dem Vorjahr deutlich tiefere Dividende von 3,00 (VJ 30,00) CHF je Aktie vor.


Kudelski (+1,0%) schloss mit der französischen Neotion einen Lizenzvertrag ab. Acino (+1,6%) reagierten positiv auf den am Montag nachbörslich bekannt gegebenen Abschluss der Übernahme des Breitband-Antibiotikums Iclaprim von Arpida. (awp/mc/pg/31)

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