CH-Schluss: Unter Tageshoch fester – OC Oerlikon gesucht

Ein positives Wirtschaftswachstum erwartet die EZB ab Mitte des Jahres 2010. Vor allem die schwer gewichteten defensiven Valoren sowie Finanzwerte und einzelne konjunktursensitive Valoren hätten dem Markt eine Stütze geboten, hiess im Handel. Im Blickpunkt der Investoren waren aber die Aktien von OC Oerlikon, nachdem das Unternehmen eine dringend benötigte Kreditvereinbarung abschliessen konnte.


Das Blue-Chips-Barometer SMI schloss um 0,70% höher auf 5’422,21 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,65% auf 831,63 Zähler und der breit gefasste Swiss Performance Index (SPI) um 0,64% auf 4’682,64 Punkte.


Die Lage an den Märkten sei etwas paradox, meinte ein Händler. «Eigentlich erwarten die meisten Markteilnehmer nach den Avancen der letzten Wochen eine grössere Korrektur, aber sie kommt einfach nicht richtig». Das habe vermutlich mit der Tatsache zu tun, dass viele Akteure unterinvestiert in Aktien seien und bei den geringsten Rückschlägen am Aktienmarkt zukaufen würden.


Im (positiven) Fokus standen die Aktien von OC Oerlikon (+6,0%). Der Technologiekonzern konnte sich mit den Banken auf die Modalitäten zur Anpassung eines Kredits im Volumen von 2,5 Mrd CHF einigen. Davon profitierten auch Sulzer (+5,2%). Da gewisse Anleger befürchtet hätten, Sulzer könnte zur Finanzierung von OC Oerlikon herangezogen werden, habe es in Sulzer ein Erleichterungsrally gegeben, hiess es. Sulzer wurden ab er auch von der erwarteten Nominierung von Jürgen Dormann und Klaus Sturany zur Wahl in den Verwaltungsrat getrieben.


Novartis (+0,9%) profitierten u.a. von einer positiven Studie beim Produktkandidaten Ilaris. Nestlé (+1,1%) legten ebenfalls deutlich zu. In Nestlé wurde von anhaltenden Engagements von ausländischen Investoren gesprochen.


Gesucht waren auch Finanzwerte wie Swiss Re (+4,5%), Swiss Life (+3,7%), CS (+2,1%) oder Bâloise (+1,3%). Swiss Re hätten dabei von einer positiven Studie aus dem Hause Merrill Lynch über die Europäische Rückversicherungsbranche profitiert.


Zu den grösseren Verlierern im SMI/SLI zählten Richemont (-1,3%), Petroplus (-1,0%) und Adecco (-0,9%). Richemont seien nach einer positiven Studie von Bernstein Research zu Swatch (-0,1%) etwas unter Druck geraten, hiess es im Handel.


Julius Bär (Aktie -0,8%) hatte Details zur geplanten Aufteilung der Bank und der separaten Börsenkotierung für die Julius Bär Group und die GAM Holding veröffentlicht. Gross kursbewegende Neugkeiten gab es dabei aber nicht.


Im breiten Markt profitierten etwa Lindt&Sprüngli (N +2,2%, PS +1,7%) von einer Hochstufung durch JP Morgan. Die US-Bank meinte, dass sich der Schokoladeproduzent im ersten Halbjahr besser gehalten haben könnte als bisher angenommen.


Jahres- oder Halbjahreszahlen gab es zudem vom Komponentenhersteller Lem (-0,1%) und von EG Laufenburg (+3,3%). Zehnder (+1,0%) hat einen Umsatzrückgang nach 4 Monaten vermeldet. Ausserdem hat der Schokoladeproduzent Barry Callebaut (+0,3%) den Kauf der dänischen Eurogran bekannt gegeben. (awp/mc/ps/31)

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