CH-Verlauf: Abgaben ausgebaut – Novartis und Roche belasten

Die Konjunkturdaten aus der Eurozone blieben allerdings ohne grösseren Einfluss auf das Handelsgeschehen. Der Geschäftsklimaindex ist im Dezember weiter angestiegen, während die Einzelhandelsumsätze im November unerwartet gesunken sind. Am Nachmittag stehen nun noch die Zinsentscheidung der Bank of England sowie US-Zahlen zur Arbeitslosenhilfe auf dem Programm.


Der SMI verliert bis um 11.55 Uhr 0,89% auf 6’501,23 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 0,71% auf 1’012,29 Stellen und der breite Gesamtmarkt, gemessen am SPI, um 0,83% auf 5’614,27 Punkte.


Kurzfristig sehen Chart-Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) einen neutralen Trend beim SMI. Unterstützung gebe es bei 6’530, 6’470, 6’300, 6’250, 6’150 und 6’080 Punkten; Widerstände hingegen bei 6’650 bis 6’700, 6’800, 7’020 sowie 7’300 Punkten.


Belastet wird der Leitindex von den deutlichen Abgaben in Novartis (-1,5%) und Roche (-1,4%). Nachrichten gibt es dazu aber keine. Am Vortag waren die Papiere unter Investoren allerdings gesucht. Nestlé (-0,8%) notieren mit durchschnittlichen Abgaben.


Die grössten Abgaben im SMI/SLI verzeichnen derzeit aber die Valoren von Logitech (-2,1%). Marktkreise verweisen dabei auf die unter den Erwartungen ausgefallenen und nachgebenden Detailhandelsumsätze im November in Deutschland. Dies verunsichere stark, so ein Marktteilnehmer.


Unter den Bankenaktien im SMI/SLI zeigt sich ein uneinheitliches Bild. UBS (-1,0%) und Julius Bär (-0,9%) liegen auf dem Angebotstisch, Credit Suisse (+0,1%) und GAM (+0,9%) werden hingegen gekauft. Die Analysten von Keefe, Bruyette & Woods haben das Rating für den europäischen Bankensektor auf Neutral (Outperform) gesenkt. Sie weisen darauf hin, dass der Sektor dem breiten Markt im vierten Quartal 2009 um 10% hinterhergehinkt ist und die fünftschlechteste Quartalsentwicklung seit 1994 erlebt hat. Belastend wirken auch Sorgen vor den Ausstiegsstrategien der Notenbanken aus der expansiven Geldpolitik und vor restriktiven Kapitalvorschriften.


Abgaben verzeichnen auch SGS (-0,5%). Merrill Lynch hat das Kursziel zwar auf 1’300 CHF erhöht und verweist dabei auf höhere Erwartungen bezüglich dem organischen Wachstum, bleibt aber unter dem aktuellen Aktienkurs von 1’348 CHF. Das Rating Underperform wurde bestätigt.


Leicht im Plus notieren die Aktien von ABB (+0,1%), nachdem die Analysten von JPMorgan das Rating auf Overweight (Neutral) erhöht und das Kursziel auf 24 (22,50) CHF nachgezogen haben.


Zu den Spitzenreitern im SMI/SLI zählen die Valoren von Adecco (+1,1%). Die Titel profitieren von einem positiven Kommentar der Credit Suisse, die die Abdeckung des Titels mit dem Rating Outperform und einem Kursziel von 68 CHF startet. Der Personaldienstleister werde im angelaufenen Jahr von sich verbessernden Stellenmärkten profitieren, so die Analysten.


In der zweiten Reihe legen Evolva (+42,3%) weiter zu. Der Titel profitiert sei Anfang Jahr von der Bekanntgabe der Forschungszusammenarbeit mit Roche. Die grössten Verlierer bleiben die Titel von OTI Energy (-26,3%).


Swiss Prime Site (Aktie -0,7%) refinanziert ihre im Februar 2010 fällige fünfjährige 2%-Wandelanleihe von ursprünglich 170 Mio CHF und lanciert dafür eine neue fünfjährige Wandelanleihe über maximal 300 Mio CHF. Zudem will das Immobilienunternehmen die finanzielle Flexibilität erhöhen. (awp/mc/pg/16)

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