CH-Verlauf: Auf breiter Front fester – Neues Jahreshoch

Dabei hatten die Märkte vor allem von den Aussagen von Fed-Chairman Ben Bernanke profitiert, der die Rezession als mehr oder weniger beendet erklärt hatte. Vor diesem Hintergrund waren vor allem Finanzvaloren und zyklische Werte gesucht.


Händler verweisen zudem auf den grossen Verfallstag vom Freitag. Noch immer seien Anleger im Markt, die ihre Leerverkäufe eindecken müssten, so ein Marktteilnehmer. Am Nachmittag stehen dann noch diverse US-Konjunkturdaten zu Publikation an. Neben der Zahl der Hypothekenanträge werden auch die Zahlen zu den Verbraucherpreisen und dem Realeinkommen August sowie die Leistungsbilanz für das zweite Quartal veröffentlicht. Später folgt dann noch die Industrieproduktion August und die Rohöllagerbestände.


Das Blue-Chip-Barometer SMI steigt bis um 11.45 Uhr um 0,75% auf 6’259,54 Punkte, nachdem er kurz zuvor ein neues Jahreshoch bei 6’262,47 erreicht hatte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legt um 0,97% auf 972,32 Stellen zu und der breite Gesamtmarkt, gemessen am SPI, um 0,71% auf 5’411,45 Zähler.


Unter den SMI-/SLI-Werten sind vor allem Finanz- und konjunktursensitive Valoren gesucht. An die Spitze sind weiterhin Julius Bär (+3,4%) zu finden. In Julius gibt gemäss Marktbeobachtern die Kurszielerhöhung durch CA Chevreux zusätzliche Impulse. Auch UBS (+2,1%) legen deutlich zu, während CS (+1,0%) etwas hinten nach hinken. Bâloise (+1,9%), ZFS (+1,3%) und Swiss Life (+1,3%) sind ebenfalls überdurchschnittlich gesucht. Swiss Life (+0,5%) und Swiss Re (+0,5%) entwickeln sich leicht unterdurchschnittlich.


Bei den zyklischen Werten legen Syngenta (+2,5%) am meisten zu. Adecco (+2,4%) knüpfen an die Vortagesavancen an. OC Oerlikon (+2,3%), Holcim (+2,0%), Clariant (+1,9%), Kühne+Nagel (+1,5%), ABB (+1,3%) und Givaudan (+1,3%) werden ebenfalls von den verbesserten Konjunkturaussichten begünstigt. Holcim profitieren zudem noch von einer positiveren Einschätzung des europäischen Bau- und Bauzulieferersektors durch Goldman Sachs, heisst es unter Marktbeobachtern.


Logitech (-2,7% auf 19,19 CHF) verlieren gegen den Trend. Goldman Sachs hat in einer Studie das Rating für die Titel auf «Sell» («Neutral») gesenkt. Das Kursziel wurde hingegen auf 21 (18) CHF erhöht. Petroplus (-0,8%) leiden etwas unter Gewinnmitnahmen nach den deutlichen Avancen des Vortages.


Unter den defensiven Titeln hat Novartis (+0,4%) von der US-Gesundheitsbehörde FDA grünes Licht für ihr Impfstoff-Produkt gegen das Schweinegrippe-Virus (H1N1) erhalten. Aber auch die französischen Sanofi-Aventis, AstraZeneca-Tochter Medimmune und die australische CSL haben eine erste Zulassung erhalten.


Roche (+0,2%) hat von einem US-Berufungsgericht einen negativen Entscheid zum Anämie-Medikament Mircera erhalten. Dieses hat die Entscheidung eines US-Gerichts vom Oktober 2008 nicht aufgehoben und bestätigte somit, dass Roche mit Mircera einige Patente des US-Biotechnologieunternehmens Amgen verletzt hat. Roche prüft nun, welche weiteren Optionen zur Verfügung stehen. Die als defensiv geltenden Papiere von Actelion (+0,5%) oder Synthes (+0,2%) finden in die Pluszone zurück.


In der zweiten Reihe führen Shape Capital (+39,1%) die Liste der Gewinner an. Die Papiere reagieren mit einem Kurssprung auf die angekündigte Rückführung des gesamten Portfoliowertes an die Aktionäre. u-blox (+2,9%) reagieren auf Produktnews. Das Unternehmen hat über einen neuen Software-Treiber informiert, welcher eine Schnittstelle von Microsofts neuem Betriebssystems Windows 7 unterstützt.


Kaba (Aktie -0,5%) hat die Zahlen für das Gesamtjahr 2008/09 publiziert. Das Ergebnis lag dabei leicht unter den Erwartungen der Analysten. Gemäss einem Experten fiel das Ergebnis «bescheiden aus, der Ausblick ist schwach, doch der Cashflow war – typisch für Kaba – sehr solide».


Die Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft (-2,4%) hat die Zahlen zum ersten Halbjahr veröffentlicht und dabei die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der deutliche Gewinnanstieg war vor allem Immobilienverkäufen zu verdanken, deren Umfang für Analysten im Vorfeld schwer abschätzbar war.


Acino (-2,1%) reagieren vor allem auf eine Ratingsenkung auf neu «neutral» durch Helvea. Zudem ist das Unternehmen mit einem Hauptprodukt, Clopidogrel, nach eigenen Angaben nun nicht mehr in der Endausschreibung für Rabattverträge der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in Deutschland dabei. (awp/mc/pg/19)

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