CH-Verlauf: Fester – SMI wegen Nestlé knapp im Minus

Im Fokus stehen die Bluechips Nobel Biocare und Geberit nach Zahlen zum ersten Quartal. Für den weiteren Verlauf dürften Konjunkturdaten aus den USA für Impulse sorgen. Zunächst wird die Zahl der Hypothekenanträge veröffentlicht, gefolgt vom BIP im ersten Quartal und den Rohöllagerbeständen. Am Abend gibt der Offenmarktausschuss der US-Notenbank die neueste zinspolitische Entscheidung bekannt, wobei im Handel mit keiner Veränderung gerechnet wird.


Bis um 12.05 Uhr gibt der SMI um 8,3 Punkte oder 0,16% auf 5’100,79 Zähler nach. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI legt dagegen um 0,64% auf 763,14 Stellen zu und der SPI um 0,68% auf 4’382,31 Punkte.


Nobel Biocare (+2,4% auf 22,44 CHF) arbeiten sich nach einem negativen Start deutlich ins Plus vor. Das Unternehmen hat mit seinen Erstquartalszahlen die Erwartungen auf allen Ebenen verfehlt, entsprechend nüchtern fallen die Kommentare von Analysten-Seite aus. Dass die Aktien derzeit dennoch haussieren, wird am Handel mit Short-Deckungen und den im historischen Vergleich bereits sehr tiefen Kursständen begründet.


Geberit (-1,2% auf 122,50 CHF) können die frühen Verluste zum Teil ausgleichen. Der Sanitärtechnik-Konzern hat das erste Quartal unter den Markterwartungen abgeschlossen und will vorerst keine quantitative Prognose für 2009 abgeben. Eine Erholung der Baukonjunktur wird nicht vor 2011 erwartet. Die Analysten zeigen sich jedoch überzeugt, dass Geberit gut gerüstet ist.


Nestlé (-2,2% bzw. 0,84 CHF auf 36,96 CHF) werden heute ex-Dividende von 1,40 CHF gehandelt. Roche (-1,3% auf 144,60 CHF) können die jüngsten Avancen im Zusammenhang mit der Schweinegrippe und den erwarteten Folgen für den Tamiflu-Absatz nicht halten. Novartis gewinnen 0,1% auf 42,52 CHF.


Synthes (-1,5% auf 114,70 CHF) leiden unter Kursziel- und Ratinganpassungen nach dem gestrigen Zahlenausweis. Die Deutsche Bank hat die Titel auf «Sell» von «Hold» zurückgenommen und das Kursziel auf 100 (125) CHF gesenkt. Auch die UBS, Vontobel, Helvea und Exane BNP geben tiefere Kursziele an.


Bankenwerte zeigen sich dagegen nach den Einbussen des Vortages erholt. Dies gilt vor allem für UBS (+2,9% auf 14,64 CHF), aber auch für Julius Bär (+2,6% auf 36,88 CHF) und CS (+1,8% auf 43,52 CHF). Zuletzt hatten Sorgen um eine möglicherweise zu niedrige Kapitalbasis von US-Banken für Druck gesorgt.


Swiss Re (+2,3% auf 25,88 CHF, Vortag -6,0%), ZFS (+1,7% auf 195,70 CHF) und Bâloise (+0,5% auf 80,60 CHF) können zulegen. Swiss Life (-1,9% auf 84,90 CHF) geben deutlich nach. Der deutsche Versicherer Talanx hat kein Interesse an einer Übernahme des Konkurrenten, wie CEO Herbert Haas gegenüber der «Handelszeitung» sagte. Infolge des Beteiligungsaufbaus könnte der Aktien-Kurs aber in der letzten Zeit gestützt worden sein, vermutet ein Händler.


Kühne + Nagel (+3,0% auf 83,40 CHF) profitieren vom Zahlenausweis der Konkurrenz aus dem SPI. Panalpina hat im ersten Quartal gewinnseitig besser als erwartet abgeschnitten, die Valoren gewinnen 1,7% auf 61,35 CHF.


An der Tabellenspitze stehen Logitech (+5,6% auf 14,88 CHF) – ohne dass fundamentale News vorliegen.


Im breiten Markt verlieren Züblin (-3,1%) und Swissquote (-3,5%) nach Zahlen. Loeb sind bis zum Berichtszeitpunkt noch nicht gehandelt. Austriamicroystems rutschen um 11,8% ab – das Unternehmen hat Kurzarbeit angekündigt und am Vortag mit dem Zahlenausweis negativ überrascht.


EFG gewinnen 3,3%. Die Bank legt ihren Fokus im laufenden Jahr auf Profitabilität und weniger auf Wachstum, wie CEO Lawrence Howell im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» erklärte. (awp/mc/pg/20)

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