CH-Verlauf: Finanztitel schicken SMI auf Konsolidierungskurs

Die Situation an der Börse bleibe nach wie vor fragil; dementsprechend dünn seien die Volumen.


Vor allem die von den Unternehmen reduzierten Ausblicke drückten auf die Stimmung, sagte der Händler weiter. Dementsprechend scheine die Marke von 7’600 SMI-Punkten eine unüberwindbare Barriere zu bleiben, so er. «Da ist die Luft jeweils draussen. Zur Zeit werden auch kleine Gewinne lieber realisiert», umriss der Marktteilnehmer die Situation.


Bis zum Mittag baut der SMI seine Verluste auf 71,65 Punkte oder 0,94% aus und notiert bei 7’586,61 Einheiten. Der gekappte, 30 Titel umfassende SLI sinkt 1,32% auf 1’176,37 Punkte und der breitere SPI büsst 0,92% auf 6’357,05 Punkte ein.


Swiss Re belasten den SMI mit einem Abschlag von 6,2% auf 82,25 CHF. Der Rückversicherer musste – wie die Grossbanken – Abschreibungen im Subprime-Bereich vornehmen. Diese fielen jedoch unerwartet hoch aus. Analysten zeigen sich aber auch von der operativen Entwicklung im ersten Quartal bei Swiss Re enttäuscht.


Die Grossbank UBS (Aktie: -3,7% auf 35,52 CHF) hat mit wenig überraschenden Quartalszahlen aufgewartet, war doch das Ausmass des Verlustes bereits bekannt. Enttäuschend werten Analysten jedoch den Nettoneugeldabfluss, der vor allem auf die Geldabflüsse im Asset Management zurückzuführen war. Auch die Kostensenkungsmassnahmen seien ungenügend, hiess es allenthalben. CS verlieren im Schlepptau 2,1% auf 57,15 CHF.


Aus dem Finanzsektor hat auch Swiss Life (-2,6% auf 309,50 CHF) die Erwartungen nicht erfüllt. Die Bruttoprämieneinnahmen fielen im ersten Quartal rund 10% schwächer aus als erwartet. Besonders in der Schweiz sind die Prämieneinnahmen deutlich gefallen.


Der Zementkonzern Holcim hat gemischte Zahlen abgeliefert. Die Erwartungen bei Umsatz und – dank Steuereffekten – Reingewinn wurden erfüllt; beim EBITDA und Betriebsgewinn lag Holcim jedoch unter den Prognosen. Die Abschwächung in den USA und höhere Energiekosten belasteten Holcims Auftaktquartal. Holcim Namen haben ihre Verluste bis zum Berichtszeitpunkt reduziert und stehen noch 0,4% tiefer auf 101,60 CHF.


Seinen Spitzenplatz im SMI hat hingegen der Personaldienstleister Adecco eingebüsst – die Titel notieren inzwischen 0,6% tiefer auf 63,30 CHF. Adecco hat mit seinen Zahlen zwar die Erwartungen des Marktes übertroffen; diese waren jedoch sehr tief, merken Beobachter an. Deshalb und mit Blick auf die zuletzt gute Performance des Titels hätten nun Gewinnmitnahmen eingesetzt.


Novartis (+0,4% auf 53,85 CHF) stützen den SMI. Der Pharmakonzern hat positive Studien mit dem Impfstoff Menveo gegen vier Typen von Knochenhautentzündungen gezeigt. Menveo könnte der erste Meningitis-Impfstoff sein, der sämtliche Altergruppen abdeckt, und so zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für Menactra von Sanofi avancieren, so Analysten.


Im breiten Markt sacken Rieter nach einer Gewinnwarnung um 8,3% ab. Vor allem die Märkte für Textilmaschinen hätten sich schwach entwickelt, meldete Rieter am Vorabend. Auch für die Automobilproduktion zeichne sich nun eine stärkere Abschwächung ab, hiess es.


Im Schlepptau von Rieter verbilligen sich die im SLI geführten Aktien von OC Oerlikon, ebenfalls im Textilbereich tätig, um 0,7%. Geberit notieren 1,9% oder 3,10 CHF tiefer auf 161,40 CHF, werden jedoch ex-Dividende von 5,20 CHF gehandelt.


Quadrant sinken nach Erstquartalszahlen um 3,9%. Dem Hersteller von Hochleistungskunststoffen hat vor allem die Abschwächung des US-Dollars und des Euros die Monate Januar bis März verhagelt. (awp/mc/pg)

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