CH-Verlauf: Gewinne ausgebaut – Novartis und Versicherer gesucht

Für Unterstützung sorgen aber auch die Versicherungsaktien.


Am Nachmittag dürften Konjunkturdaten aus den USA in den Fokus der Anleger rücken. Neben dem Chicago Einkaufsmanagerindex stehen auch die Daten des US-Arbeitsmarktdienstleisters ADP auf der Agenda. Sie gelten als Indikator für den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht. Bis dahin sei es am Markt fast «unangenehm ruhig», sagte ein Händler.


Das SMI-Index steht um 12.10 Uhr 0,47% höher bei 6’346,39 (Tageshoch: 6’352) Punkten. Das Intraday-Jahreshoch liegt bei 6’395 Stellen. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legt 0,56% auf 976,39 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,41% auf 5’475,75 Punkte.


Novartis (+1,8%) verbuchen am Mittwoch erneut grosse Kursavancen, nachdem die Titel bereits am Dienstag um knapp 1% zulegen konnten. Die Resultate einer Studie zum Wirkstoff FTY720 (Fingolimod) bei Multiple Sklerose-Patienten verlieh Novartis den nötigen Schwung. Zusätzliche Unterstützung erhalten die Aktien von einer Aufstufung auf «Buy» durch die Citigroup.


Die Konkurrenzpapiere von Roche tendieren derzeit seitwärts. Auch Roche ist mit Neuigkeiten von Produktseite an die Öffentlichkeit getreten. Für das Medikament RoActemra wurde bei den europäischen Gesundheitsbehörden ein Gesuch für eine erweiterte Zulassung eingereicht. Analysten bezeichneten die Neuigkeiten aber als kursneutral.


Bei den Finanzwerte ist das Bild zweigeteilt: Während die Versicherer kräftig zulegen, büssen die Grossbankentitel an Wert ein. So steigen ZFS um 2,6%, Swiss Life 2,7%, Swiss Re um 1,7% oder Bâloise um 1,0%. Die Deutsche Bank rechnet in einer Sektorstudie damit, dass die europäischen Versicherer in Zukunft mit guten Nachrichten aufwarten werden. Die Deutsche Bank hat für ZFS, Swiss Re und Bâloise das Kursziel leicht angehoben. Die Kurszielerhöhung für Swiss Life durch JP Morgan fiel noch etwas deutlicher aus.


Auf der anderen Seite büssen CS (-0,2%) und UBS (-0,7%) an Wert ein. Beide Unternehmen treten an der von Merrill Lynch in London organisierten Banking & Insurance Conference auf. UBS-CFO John Cryan rechnet dabei auch im dritten Quartal mit weiteren Verlusten auf eigenen Schulden. CS-CEO Brady Dougan wird am Donnerstagmittag, ZFS-CFO Dieter Wemmer heute Nachmittag in London auftreten. Ausserdem hat die UBS einen Covered Bond in der Höhe von 2 Mrd EUR mit einer Laufzeit bis 2014 (Coupon 3%) begeben.


Nebst Novartis und den Versicherer steigen etwa auch noch Clariant (+2,2%) oder Swatch (+2,3%) um mehr als 2%. Clariant profitieren Händlern zufolge von Spekulationen um eine mögliche Übernahme durch die belgische Solvay.


Auf der Gegenseite geben Sonova um 1,6% nach. Der Hörgerätehersteller ist ins Visier der deutschen Kartellbehörden geraten. Verschiedene deutsche Marktteilnehmer seien von der Behörde angegangen worden, um im Verfahren Auskunft zu erteilen, hiess es.


OC Oerlikon legen um 0,6% zu. Viktor Vekselberg hat sich ein einem seiner raren Interviews wieder einmal zu seinen Absichten mit den Beteiligungen OC Oerlikon und Sulzer (-2,7%) geäussert. Er liess dabei verlauten, dass ein Verkauf des Textilgeschäftes von OC Oerlikon geprüft werde und dass dabei auch mit Rieter (Aktie: +0,5%) gesprochen worden sei.


Im breiten Markt steigen ausserdem Partners Group um 3,1%. Die UBS hat die Titel zum «Kauf» empfohlen. Tecan legen dank einer «Buy»-Empfehlung von Kepler um 3,0% zu.


Dagegen verlieren AFG Arbonia 0,7%. Firmenchef Edgar Oehler hat die Einführung der Einheitsaktie auf unbestimmte Zeit verschoben. (awp/mc/pg/20)

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