CH-Verlauf: Gewinne ausgebaut – US-Daten im Fokus

Die Eurozone-Daten zu der Inflation und Industrieproduktion sind in etwa den Erwartungen entsprechend ausgefallen und haben die Märkte kaum bewegt. Nun richte sich der Fokus der Anleger auf die am Nachmittag anstehenden US-Konjunkturdaten. Der Reigen beginnt mit Angaben zur Bauentwicklung und zum Arbeitsmarkt, etwas später wird noch der Philly-Fed-Index April publiziert. Bereits am Mittwoch hatten sich die dunklen Wolken am Konjunkturhimmel nach der Veröffentlichung des «Beige Books» der US-Notenbank Fed leicht aufgehellt, hiess es. In fünf der zwölf Fed-Bezirken habe sich der wirtschaftliche Abschwung im März und Anfang April verlangsamt.


Bis um 11.55 Uhr steigt der SMI um 1,15% oder 58,29 auf 5’123,72 Punkte und damit auf den bisherigen Tageshöchststand. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index SLI gewinnt 1,40% auf 750,17 Zähler und der breite SPI 0,98% auf 4’332,53 Stellen.


Swiss Re (+5,9% auf 25,56 CHF) haben sich bis am Mittag nach Clariant (+6,0% auf 5,83 CHF) auf den zweiten Platz des Bluechips-Segments vorgearbeitet. Die Deutsche Bank erhöhte im Rahmen einer Überprüfung das Kursziel auf 35 CHF von zuvor 30 CHF, die Einschätzung wurde mit «Buy» bestätigt.


Grundsätzlich profitieren Swiss Re und auch andere Finanztitel aber von den verbesserten Konjunkturaussichten – insbesondere im US-Immobilienmarkt – sowie von der im März gegenüber dem Vormonat verringerten Kreditausfallrate von American Express. So steigen CS um 4,1% auf 38,72 CHF, Julius Bär um 4,4% auf 36,52 CHF oder Bâloise um 3,0% auf 79,95 CHF.


Die UBS-Aktien steigen um 3,6% auf 12,80 CHF nachdem die Titel am Mittwoch nach der Verlustpublikation und der GV um beinahe 7% nachgegeben haben.


Auch ZFS (+2,2% auf 196,40 CHF) haben die Gewinne ausgebaut. In der Finanzpresse sind Gerüchte umgegangen, wonach ZFS kurz vor dem Kauf der US-Autoversicherungssparte des angeschlagenen Versicherungskonzerns AIG zu einem Preis von bis zu 2,0 Mrd USD steht. Die Zurich sei dafür bekannt, dass Akquisitionen sehr diszipliniert angegangen würden, so ein Marktteilnehmer. Dies könne die Ängste betreffend eines allenfalls zu hohen Preises oder zu geringen Synergien etwas eindämmen.


Die Roche-Genussscheine gewinnen 1,5% auf 151,90 CHF dazu. Analysten bezeichnen die Umsatzentwicklung im ersten Quartal als solide. Für Kursfantasie sorge aber die auf den Halbjahresabschluss Ende Juli angekündigte Revision des Ausblicks für das Gesamtjahr, hiess es. Die Konkurrenzpapiere von Novartis gewinnen lediglich 0,3% auf 42,46 CHF dazu.


Nestlé notieren unverändert auf 38,78 CHF. Der Umsatzrückgang des Getränke- und Nahrungsmittelkonzern Danone im ersten Quartal wirkt sich eher belastend aus, da vor allem das Geschäft der Sparte «Fresh Dairy» enttäuscht habe. Zumindest seien die Prognosen für die weitere Geschäftsentwicklung von Danone bestätigt worden.


Am deutlichsten im Minus stehen im SMI/SLI etwa OC Oerlikon (-3,4% auf 71,30 CHF), Actelion (-2,2% auf 48,88 CHF) oder Petroplus (-1,7% auf 17,96 CHF). Die Analysten von Barclays Capital starten die Abdeckung der Papiere der Petroplus mit der Einstufung Underweight und einem Kursziel von 15 CHF.


Im breiten Markt hat Sulzer (-3,9%) mit dem Q1-Bestellungseingang die Vorgaben der Analysten nicht ganz erfüllen können. Ausserdem bestünden nach wie vor Unsicherheiten bezüglich der Absichten des Grossaktionärs Renova.


Kardex steigen nach der angekündigten Übernahme des skandinavischen Vertriebspartners leicht um 1,2%. Aryzta können nach den gestrigen Abgaben (-14%) heute um 1,4% zulegen. Die Beteiligungsgesellschaft Lion Capital hat gestern ihren 5%-Anteil via Credit Suisse in einem beschleunigten Verfahren verkauft und hält keine Aryzta-Aktien mehr.


Goldbach Media (+12,3%) verzeichnen einen deutlichen Kursanstieg. CEO Klaus Kappeler hat in der gestrigen «Handelszeitung» trotz der Krise ein Wachstum für die im Werbemarkt tätige Gruppe vorausgesagt. Das Interview hatte allerdings am Publikationstag den Goldbach-Kurs nicht bewegt. Messe Schweiz (+9,8%) oder Austriamicrosystems (+9,3%) klettern ebenfalls stark in die Höhe. Dagegen geben etwa Schlatter (-6,7%) oder Huber+Suhner (-4,1%) deutlich nach. (awp/mc/pg/19)

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