CH-Verlauf: Gewinnmitnahmen vor Q1-Saison

Dies, zumal die am Vorabend publizierten Quartalszahlen von Alcoa keine Kursfantasie entfachen können.


Nach Handelsschluss an Wall Street will am Abend Intel seine Zahlen für das erste Quartal vorlegen, daher sei weiterhin Zurückhaltung angesagt. Die Zahlen von Intel gelten als Gradmesser für die Geschäftsentwicklung im gesamten Technologiesektor. Davor könnten die am Nachmittag anstehenden US-Import- und Exportpreise und die Handelsbilanz im Februar für Impulse sorgen.


Bis um 12.10 Uhr verliert das Blue-Chips-Barometer SMI 0,31% auf 6’889,56 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 0,30% auf 1’066,65 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,30% auf 6’056,14 Punkte.


Bei den Finanzwerten stehen GAM im Fokus der Anleger. Der Assetmanager meldete für das erste Jahresviertel einen Anstieg der verwalteten Vermögen um 5%, was über den Erwartungen von Analysten lag. GAM stellte zudem «ermutigende» Geldzuflüsse vor allem in den Bereichen Fixed Income, Commodities und in bestimmte alternative Anlageprodukte fest. Der Titel steigt in der Folge um 1,3%.


UBS werden am Vortag der Generalversammlung um 0,4% zurückgenommen. Die Opposition gegen die geplante Entlastung der ehemaligen Konzernführung gewinnt zusehends an Stärke und ein Erfolg der UBS-Spitze wird immer fraglicher. Angesichts der knappen Verhältnisse könnten vielleicht die in den letzten Jahren gebeutelten UBS-Angestellten das entscheidende Zünglein an der Waage spielen, hiess es im Handel.


Auch andere Finanzwerte wie Credit Suisse (-0,4%), Swiss Re (-0,8%) und ZFS (-0,4%) neigen zur Schwäche. Einzig die Titel der ehemaligen GAM-Mutter Julius Bär legen um 0,2% zu.


Etwas an Schwung eingebüsst haben auch die Luxusgüteraktien von Swatch (+0,2%) und Richemont (-0,1%). Diese hatten vor allem im frühen Geschäft von starken Zahlen des französischen Mitbewerbers LVMH profitiert. Dieser vermeldete im ersten Quartal ein Umsatzwachstum von 11%.


Uneinheitlich notieren die beiden grossen Pharmawerte: Während Roche (Aktie -0,3%) den Kauf von Medingo und damit die Verstärkung der Marktposition bei den Insulinpumpensystemen kommunizierte, vermeldete Novartis (+0,4%) klinische Erfolge mit dem Produktkandidaten Gilenia zur Therapie von Multiple Sklerose. Die Abgaben bei Roche seien aber vor allem aber Wohl auf die am Donnerstag anstehenden Quartalszahlen zu verstehen, sagen Beobachter.


Deutlich nach unten geht es weiterhin mit Syngenta (-1,8%). Der Agrochemiekonzern wird am Donnerstag seien Erstquartalsumsatz zeigen. Seitdem der grösste Mitbewerber Monsanto vergangene Woche wegen eines starken Preisdruck seine mittelfristigen Ziele kippen musste, stehen auch die Syngenta-Aktien unter Abgabedruck.


Aufwärts geht es indes mit den Titeln des Logistikkonzerns Kühne + Nagel (+1,7%), die von einer Hochstufung auf «Overweight» durch den Meinungsmacher Morgan Stanley profitieren. Weniger gnädig zeigte sich der gleiche Analyst mit dem Konkurrenzpapier von Panalpina (-2,2%), die auf «Underweight» zurückbuchstabiert wurden.


Im breiten Markt rücken die beiden Industriekonzerne Forbo (Aktie: +3,4%) und Rieter (+0,2%) in den Fokus. Forbo hat ihre Beteiligung an Rieter von gut 9% auf unter 3% gesenkt. Käufer ist die von Michael Pieper kontrollierte Artemis, welche neu rund 13% an Rieter hält. An Forbo selbst hält Pieper knapp ein Drittel der Aktien. Nun frage man sich natürlich, was Michael Pieper mit seinen Anteilen plant, hiess es in Börsenkreisen. Da der Finanzinvestor auch rund einen Viertel der Aktien von Feintool halte, seien verschiedene Spekulationen möglich.


Helvetia (-3,6% auf 366,50 CHF) stehen unter Abgabedruck, nachdem Munich Re ihre Kapitalbeteiligung von über 8% auf unter 3% reduziert. Bankenkreisen zufolge werden die Titel derzeit in einem beschleunigten Bookbuilding platziert. Die Preisspanne liege zwischen 367 und 380 CHF, heisst es.


Ems Chemie (+4,8%) hat punkto Umsatz ein sehr starkes erste Quartal 2010 abgeliefert und wird, wie am Morgen angekündigt, zusätzlich zur normalen Ausschüttung eine Sonderdividende zahlen. (awp/mc/pg/21)

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