CH-Verlauf: Gut behauptet – Positive Repo-Auktion der EZB stützt

«Das ist deutlich weniger als erwartet und damit absolut positiv für die Märkte», kommentierte ein Händler. Marktbeobachter hatten Beträge von über 200 Mrd EUR genannt. Die geringe Nachfrage durch die Banken wird nun als Signal verstanden, dass der Sektor sich wieder verstärkt am Markt refinanzieren kann. Ein Grossteil der Überschussliquidität verschwinde damit aus dem Geldmarkt.


Im Vormittagshandel war die Börse nach wenig verheissungsvollen Vorgaben aus Übersee nach und nach ins Minus gerutscht. Belastende Themen waren laut Händlern weiterhin der Wachstumsrückgang in China und der Einbruch des US-Verbrauchervertrauens gewesen.


Das Blue-Chips-Barometer SMI steigt bis um 12.00 Uhr um 0,08% auf 6’149,56 Punkte und löst sich damit bereits wieder vom Tageshoch bei 6’166,49 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert dagegen minimal um 0,01% auf 936,26 Punkte, und der breite Swiss Performance Index (SPI) steigt wiederum um 0,18% auf 5’429,11 Zähler.


Finanzwerte stehen nach den massiven Verlusten am Vortag und dem EZB-Tender weit oben auf dem Kurstableau. CS (+0,9%) und UBS (+1,2%) verteuern sich kräftig und Julius Bär (+0,5%) legen etwas weniger zu.


Sonova (+0,5% auf 132 CHF) drehen nach anfänglichen Verlusten ins Plus. Das Unternehmen ist zuversichtlich, das bisherige Wachstumstempo halten zu können. Den Erfolg sichern sollen die jüngsten Produkte und weitere Innovationen, die im Herbst vorgestellt werden, wie CEO Valentin Chapero im Gespräch mit AWP sagte. Künftig dürften zudem die kürzlich getätigten Akquisitionen für Schwung sorgen. Die Analysten von Jefferies starten die Titel unterdessen mit «Hold» und einem Kursziel von 126 CHF.


Bei ABB (+0,5%) steht der Übernahmekampf mit dem US-Industriekonzern Emerson Electric um die britische Chloride Group im Blick. Der Entscheid von Chloride das um 100 Pence verbesserte Angebot von Emerson zu unterstützen, dürfte kaum überraschen, meinen unterdessen die Experten der Privatbank Wegelin. Für ABB stelle sich nun die Frage, ob das Angebot weiter erhöht wird und sich damit die Übernahme verteuert. «Der Bieterkampf stellt derzeit eine gewisse Unsicherheit bei der Aktie dar.»


Auf der Gewinnerseite stehen auch Swatch (+1,2%), die am Vortag den Tagesverlierer stellten. Konkurrent Richemont legen lediglich 0,1% zu.


Die beiden Pharmatitel Roche (-0,4%) und Novartis (+1,1%) zeigen sich uneinheitlich. Verluste beim Indexschwergewicht Nestlé (-0,3%) lassen dem Markt derweil wenig Luft nach oben.


Bei den Nebenwerten legte Barry Callebaut (+2,9%) Neunmonatszahlen vor und übertraf die Schätzungen der Analysten klar. Der Konzern hat ausserdem die dreijährigen Finanzziele erneut bestätigt. Die Analysten von Wegelin sprechen denn auch von einem überzeugenden Umsatz- und Volumenausweis. Besonders erfreulich sei die weitere Beschleunigung im Q3.


Bei AFG (+2,8%) erhöhte die UBS das Rating von «Neutral» auf «Buy». Nach Darstellung von Wegelin bleiben auch nach der Umstrukturierung bei AFG einige Unsicherheiten bei der Aktie bestehen. So sei immer noch keine Nachfolgeregelung getroffen.


Interroll (+1,6%) konnte heute den bisher grössten Auftrag für Sorter in Amerika melden. Der Auftrag hat einen Wert von mehreren Millionen USD und wurde von einem führenden nordamerikanischen Postunternehmen erteilt. CKW (+1,1%) zeigen sich nach Vorlage von Halbjahreszahlen fester.


Acino (Aktien -6,4%) bestätigt Meldungen, wonach das Unternehmen in Deutschland eine Rabattausschreibung der grössten Deutschen Krankenkasse AOK verloren hat. Bachem verlieren 1,6%. CEO Rolf Nyfeler zieht in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» ein durchwachsenes Fazit zum bisherigen Geschäftsverlauf 2010. Die Aussagen des CEO seien eher enttäuschend, heisst es am Markt. (awp/mc/pg/16)

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