CH-Verlauf: Gut gehalten – Roche und Nestlé dämpfen

Andererseits sei die schneller als erwartete Erholung von der Rezession noch mit Risiken behaftet. Wir sind noch nicht über dem Berg, so der Händler weiter. Zudem würden viele Akteure bereits seit langem mit einer Korrektur rechnen, die einfach nicht eintreffe.


Weiteren Aufschluss über die Konjunkturaussichten erwartet man sich heute den Aussagen der US-Notenbank im Rahmen der Zinsentscheidung. Dabei wird allerdings mit ähnlichen Statements gerechnet, wie sie schon von der EZB oder der SNB abgegeben worden sind. Die US-Notenbank dürfte von einer schneller als erwarteten Erholung sprechen, gleichzeitig aber auf die noch vorhandenen Risiken hinweisen, so Marktbeobachter.


Das Blue-Chips-Barometer SMI legt bis um 12.15 Uhr um 0,20% auf 6’353,30 Punkten zu. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 0,26% auf 982,15 Zähler, der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,22% auf 5’489,28 Punkte.


Gesucht sind in der Regel weiterhin Finanzvaloren und zyklische Titel. Weniger gefragt sind defensive Valoren, wobei vor allem die Indexschwergewichte Roche (-0,6%) und Nestlé (-0,2%) auf den Index drücken. Novartis (+0,4%) legen hingegen zu. Novartis hat von der EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme des österreichischen Generikaherstellers EBEWE erhalten. Roche hat weitere Phase-II-Daten zu Avastin bei bösartigem Hautkrebs publiziert, die noch eingehender untersucht werden.


Die prozentual grössten Avancen im SMI-/SLI erzielen nach Anschlusskäufen OC Oerlikon (+2,6%). Seit gestern würden in diesen Titeln Gerüchte kursieren, wonach Rieter-Grossaktionär Peter Spuhler am Kauf der Textilsparte interessiert sei, hiess es unter Marktbeobachtern.


Unter den zyklischen Titeln sind auch Synthes (+1,0%), Kühne+Nagel (+1,0%), Logitech (+1,0%), Adecco (+0,9%) und Sonova (+0,8%) überdurchschnittlich gesucht. Richemont (-0,7%) und Swatch (-1,2%) haben ins Minus gedreht.


Im Angebot liegen auch Lonza (-1,4%) und Petroplus (-0,7%). Gewinnmitnahmen sind unter anderem in Givaudan (-0,6%) zu beobachten.


Bei den Finanztiteln legen CS (+1,7%) weiter zu, nachdem diese Titel im Gefolge des gestrigen, gut aufgenommenen Investorentages bereits um 3,0% gewonnen hatten. Das Kursziel dieser Grossbankvaloren ist denn auch von einigen Analysten erhöht worden.


Im Weiteren avancieren zudem Swiss Re (+1,5%), UBS (+0,8%) und ZFS (+0,8%) deutlicher. In Swiss Re würden Aussagen des Leiters Asset Management, David Blumer, gegenüber der Presse positiv stimmen, wonach nun wieder eine Nachfrage nach «toxischen Papieren» bestehe. So hätten im Q2 solche Papiere über dem Wert verkauft werden können, zu dem sie bis noch vor kurzem bewertet worden seien.


Im breiten Markt erzielen Basilea (+10,2%) grössere Gewinne. Marktbeobachter führen die Avancen auf neuerliche Übernahmegerüchte zurück. Dabei werde spekuliert, dass der Partner Johnson & Johnson das Biotech-Unternehmen übernehmen könnte.


Schlatter (+9,6%) fallen durch überdurchschnittliche Volumen auf. CEO Jost Sigrist und CFO Werner Schmidlin äusserten sich in einem Interview mit AWP über die ergriffenen Restrukturierungsmassnahmen und Geschäftsaussichten.


Mindset (+7,1%) haben am Dienstag nachbörslich Zahlen vorgelegt und den Halbjahresverlust abbauen können. Myriad (+1,1%) haben heute ihren Halbjahresausweis präsentiert und wussten zu gefallen. Insbesondere wurden die Umsatzerwartungen für das laufende Rechnungsjahr bestätigt.


Ypsomed stecken die Nennwertreduktion um 0,60 CHF weg. Die Titel notieren auf 67,95 CHF um 0,9% bzw. 0,60 CHF höher. (awp/mc/pg/19)

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