CH-Verlauf: Ins Minus gerutscht – Sorgen um Staatsschulden belasten

Nach den anhaltenden Sorgen um mehrere südliche Euroländer und der «Ungarn-Panik» in der Vorwoche sei dies ein weiterer Rückschlag, heisst es im Markt. «Die Verschuldungsproblematik ist virulent», so ein Händler. Der Fall des Euro nimmt indes kein Ende, die Gemeinschaftswährung markierte am Vormittag einen neuen Tiefstand gegenüber dem Franken. Am Vorabend wurde bekannt, dass der Rettungsschirm zur Absicherung kriselnder Euro-Staaten endgültig steht.


Das Blue-Chips-Barometer SMI verliert bis 12.10 Uhr 0,74% auf 6’244,48 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt um 0,84% auf 948,33 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) notiert 0,80% tiefer bei 5’490,42 Punkten.


Die Aktien der beiden Grossbanken stehen unter Verkaufsdruck. UBS (-3,2%) sind am Tabellenende im SMI/SLI. Der Nationalrat hat am Dienstag den Staatsvertrag mit den USA zur Herausgabe von UBS-Kundendaten abgelehnt. Dies ist jedoch nicht das endgültige Aus für den Vertrag: Das Geschäft geht zurück an den Ständerat, der vergangene Woche zugestimmt hatte. Der Nationalrat kann im Verlauf der Differenzbereinigung immer noch zustimmen.


Etwas besser halten sich CS (-1,5%), vereinzelt seien Umschichtungen aus den Papieren der UBS auszumachen, heisst es. Julius Bär verlieren 0,9% und GAM 1,1%.


Auch die Assekuranzen zeigen sich schwach. Swiss Re stehen bei -2,4%. Die Belastungen aus dem Erdbeben in Chile belasten den Wettbewerber Munich Re stärker als zunächst erwartet. Bei Swiss Re selbst werden von einer Londoner Präsentation in dieser Woche allerdings positive Nachrichten erwartet, wie es im Handel heisst.


ABB sind mit +0,5% gesucht. Der Industriekonzern ist weiter auf Einkaufstour und will die britische Chloride Group PLC für 860 Mio GBP in bar übernehmen. Es handelt sich um die dritte angekündigte Grosstransaktion in den vergangenen fünf Wochen. Goldman Sachs hat ABB zudem in die «Conviction Buy List» aufgenommen und das Anlagerating auf «Buy» («Neutral») hoch gestuft.


Im Plus notieren noch Givaudan (+0,3%), SGS (+0,4%) und Richemont (+0,6%). Bei Nestlé (+0,1%) gelten Umschichtungen innerhalb des europäischen Nahrungsmittelsektors als stützend.


Clariant stehen bei -0,5%. Die Analysten von Helvea haben die Gewinnschätzungen und das Kursziel erhöht. Das Rating wird neu auf «Buy» («Neutral») veranschlagt.


Bei Novartis (-0,8%) gibt es Neuigkeiten von der Konkurrenz. Merck Serono hat einen Zulassungsantrag für Cladribin-Tabletten als potenzielle Therapie für Multiple-Sklerose (MS) in den USA erneut eingereicht, beide Unternehmen liefern sich einen Wettlauf um ein neues MS-Mittel.


Roche (-0,9%) hat für das Medikament Roactemra in Europa von der Europäischen Kommission eine erweiterte Zulassung erhalten. Die Nachricht komme wie erwartet, schreiben Analysten.


Im breiten Markt haussieren Aryzta mit +9,1%. Das Unternehmen hat anlässlich der Publikation des Neunmonate-Umsatzes über zwei Übernahmen informiert und den Ausblick erhöht. Beides stösst am Markt auf positive Resonanz.


Gategroup (+1,3%) profitieren von der Neuabdeckung durch Kepler mit einer Kaufempfehlung. Der weltweit grösste unabhängige Airline-Caterer sei attraktiv bewertet, so der zuständige Analyst.


Ebenfalls nach Zahlen notieren Burckhardt Compression bei +0,1%. Der Kompressorenhersteller hat im Geschäftsjahr 2009/10 die Markterwartungen auf Stufe EBIT und Reingewinn übertroffen.


Vontobel avancieren um 0,3% Die Bank gründet mit der Vontobel Swiss Wealth Advisors AG eine neue Geschäftseinheit zur Betreuung US-amerikanischer Kunden mit deklariertem Vermögen. (awp/mc/pg/16)

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