CH-Verlauf: Negativ – Pharmaaktien belasten mit Abgaben

Der SMI habe am unteren Ende seines Handelsbandes eigentlich wieder ein interessantes Bewertungsniveau erreicht, heisst es aus technischer Sicht. Dieses sollte Händlern zufolge wieder zu Positionsbezügen verleiten. Die Handelsvolumen hielten sich jedoch in einem bescheidenen Rahmen; Aufträge kämen in erster Linie von grossen Institutionellen Investoren.


Im weiteren Handelsverlauf richtet sich der Blick einmal mehr über den Atlantik, die am frühen Nachmittag erwartete Bilanz der US-Investmentbank Merrill Lynch dürfte einen Fingerzeig für die Entwicklung der hiesigen Finanzwerte liefern, heisst es.


Die just publizierten Zahlen des Telekomausrüsters Nokia haben den Markt etwas unter Druck gebracht. Der Gewinn je Aktie sei leicht unter der Erwartung ausgefallen, heisst es in einer ersten Einschätzung.


Der SMI steht um 12.05 Uhr 0,51% oder 37,21 Punkte tiefer auf 7’213,49 Einheiten. Der SLI steht 0,05% tiefer auf 1’124,72 Punkten und wird wegen seiner Kappung deutlich weniger von Roche belastet. Der breite SPI büsst 0,33% auf 6’000,85 Punkte ein.


Im SMI weiten Roche ihre Abgaben aus (-3,8% auf 164,20 CHF). Der Pharmakonzern hat mit seinen Erstquartalsumsätzen in beiden Divisionen die Markterwartungen verfehlt. Bis zur wichtigen Onkologie-Tagung ASCO von Anfang Juni könnte der Roche-«Bon» noch unter Druck bleiben, folgern einige Analysten. «Roche hat den Boden offensichtlich noch nicht gefunden», sagte ein Händler. Besonders hohe Aktivitäten seien auf der Derivateseite zu beobachten. Novartis büssen 1,1% auf 46,72 CHF ein. Der Basler Konkurrent hat eine massgebliche Beteiligung in Roche und wird seine Zahlen in der kommenden Woche vorlegen.


Swisscom (-0,9% auf 370,75 CHF) stehen ebenfalls unter Druck. Lehman Brothers hat den europäischen Telekomsektor auf «Negativ» von «Neutral» zurückgestuft und für den Schweizer Branchenvertreter seine Einschätzung ebenfalls gesenkt.


Der Bankensektor harrt der Zahlen des US-Konkurrenten Merrill Lynch. Sollten diese Zahlen «massiv schlecht» ausfallen oder etwa Abschreibungen im Kreditkartengeschäft notwenig werden, könnte dies auch die hiesigen Bankaktien belasten, so Händler. «Bei unseren Banken ist noch nicht alles drin», sagte der Marktteilnehmer. Credit Suisse (-0,2% auf 52,90 CHF), UBS (+0,1% auf 34,10 CHF) und Julius Bär (+0,7% auf 74 CHF) tendieren unauffällig.


Mit an der Spitze des SMI finden sich Syngenta wieder, der Valor steigt um 1,2% auf 318,75 CHF. Die Titel reagieren auf einen deutlichen Kursanstieg beim Konkurrenten Monsanto (+7,2% am Mittwoch). Die anziehenden Maispreise stützten den ganzen Sektor, hiess es. Zudem hat JP Morgan das Kursziel für Syngenta auf 315 CHF (von 295) erhöht.


Clariant (+1,6% auf 9,46 CHF) und im SLI Ciba (+2,8% auf 35,58 CHF) steigen erneut im Zuge von Übernahmespekulationen. Seit Tagen werden der deutschen BASF oder amerikanischen Branchengrössen Akquisitionsgelüste in Europa nachgesagt.


In der zweiten Reihe fallen Micronas nach Zahlen um 7,7%, obschon der Halbleiterhersteller seinen Quartalsverlust über Erwarten deutlich verringert hat. Das schwache Umfeld, der zunehmende Gegenwind infolge der Finanzkrise und die verhaltenen Wachstumsperspektiven würden aber die Zukunft des Unternehmens in Frage stellen, schreibt ein Analyst.


Sulzer tendieren nach Quartalszahlen 2,9% fester. Der Industriekonzern habe die Prognosen ohne Probleme übertroffen, hiess es.


Die Aktien des biopharmazeutischen Unternehmens Arpida geben bei hohen Umsätzen 7,1% nach. Arpida hat heute weitere Studiendaten zu einem Wikrstoffkandidaten präsentiert. Diese konnten die Zweifel einiger Analysten, ob die Daten genügend aussagekräftig für eine Zulassung sind, nicht ausräumen. (awp/mc/pg)

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